BuchSaiten-Blogparade - Mein kleiner Jahresrückblick 2018

Dienstag, 1. Januar 2019


Bereits vor zwei Jahren habe ich bei Petzi von Die Liebe zu den Büchern eine tolle Idee gefunden, was man einen interessanten, buchbezogenen Jahresrückblick aufziehen könnte. Und weil mir die fünf Fragen gut gefallen haben und diese ja im Großen und Ganzen lesetechnisch alles Wichtige abdecken, habe ich mich auch heuer wieder für die Blogparade als Jahresrückschau entschieden.


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1.) Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem du dir wenig versprochen hast, das dich dann aber positiv überrascht hat?

Am ehesten trifft diese Frage auf Das rote Adressbuch von Sofia Lundberg zu. Bevor ich es gelesen habe, war besagtes Buch ja bereits in aller Munde und manchmal reizt es mich nicht mehr so, ein Buch zu lesen, wenn es gefühlt alle schon gelesen haben ... Nun blieb mir aber wenig anderes übrig, da ich beim Goldmann-Blogger-Leseclub beigetreten bin und den Roman zur Rezension erhalten habe. 

An und für sich fällt Das rote Adressbuch in meinen bevorzugten Gernrebereich, aber irgendwie erschien es mir dann doch etwas zu kitschig – sowohl vom Cover, als auch von der Buchbeschreibung her. Dennoch musste ich mich nicht zum Lesen durchringen. Ich habe es also zur Hand genommen und schon nach wenigen Seiten festgestellt, dass es absolut nicht langatmig ist. Ganz im Gegenteil: der sanfte, ruhige Schreibstil hat mich gleich gefesselt und schon bald hat mich auch die schöne, berührende Geschichte nicht mehr losgelassen. Von Kitsch keine Spur!


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2.) Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem du dir viel versprochen hast, das dich dann aber negativ überrascht hat?

Ja, warum habe ich mir davon viel versprochen? - Erstens, weil Johannes Mario Simmel ein sehr bekannter, oft besprochener Autor ist, der VIELE Bücher geschrieben und verkauft hat. Da habe ich mir gedacht: Wenn jemand schon so erfolgreich ist, dann sind seine Bücher bestimmt auch sehr lesenswert ...
Und zweitens wurde mir hier auf meinem Blog von jemandem vor längerer Zeit in den Kommentaren Doch mit den Clowns kamen die Tränen wärmstens empfohlen und ziemlich schmackhaft gemacht. Genau deshalb habe ich mir das Buch ja auch besorgt aus einem öffentlichen Bücherschrank mitgenommen.

Leider hat mir der Inhalt nicht sehr zugesagt. Mein Freund und ich haben uns mehr oder weniger hindurch gequält. (Wir haben es zusammen gelesen.) 
Unsympathische, weil persönlichkeitslose, Charaktere mit platten und kitschigen Gedanken. Eine Geschichte, die wie ein vorhersehbarer Krimi mit viel zu vielen Handlungssträngen daherkommt und einem das Gefühl gibt, einen abgehackten Text zu lesen. Für zwei Sterne hat es gerade noch so gereicht. Kann ich wirklich nicht empfehlen!


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3.) Welches war deine persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Ich denke, das war Haruki Murakami. Livia von Samtpfoten mit Krallen hat mir immer mal wieder große Lust auf den Autor gemacht und so hat es sich irgendwann ergeben, dass wir uns Mister Aufziehvogel in einer gemeinsamen Leserunde gegönnt haben.

Ganz besonders gefallen haben mir Murakamis Buchfiguren. Diese sind alle mit Ecken und Kanten versehen und mit ihrem durch und durch ungewöhnlichen Wesen derart unterhaltsam, dass es einfach schon allein wegen der Charaktere eine Wonne war, das Buch zu lesen.

Der Schreibstil von Murakami ist eher ein ruhiger, und ich weiß nicht genau, wie der Autor es macht, aber er schafft es irgendwie, in seiner eher unspektakulären, unaufgeregten Handlung, Spannung aufkommen zu lassen, den Leser neugierig zu machen und ihn zu fesseln.
Wenn Murakamis weitere Werke ebenfalls in diesem Stil verfasst sind, dann lese ich liebend gerne mehr von ihm.

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4.) Welches war dein Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Auch in 2018 ist dies wieder keine leichte Entscheidung gewesen. Ich habe geschwankt zwischen Die Vegetarierin von Han Kang und Antonia Michaelis' Das Institut der letzten Wünsche. Letzteres hat natürlich was, aber Die Vegetarierin finde ich dann doch einen Ticken besser, da man bei diesem Cover genau hinsehen muss, um auch wirklich alles drauf erkennen zu können.

Auf den ersten Blick sieht man einfach nur Blumen (nein, ich weiß nicht, um welche Blumen es sich genau handelt ...), aber auf den zweiten und dritten Blick kann man darauf auch ein Stück Fleisch, Essstäbchen, eine Fliege und Finger erkennen. Mir ist das alles auch erst aufgefallen, als ich das Buch schon ein paar Mal zum Lesen in der Hand hatte. Selten habe ich ein Cover gesehen, das so sehr zum Inhalt passt wie dieses.




 
5.) Welches Buch willst du unbedingt in 2019 lesen und warum?


Maja Lundes Die Geschichte der Bienen möchte ich in 2019 unbedingt lesen! Das Buch liegt hier auch schon bereit und wird nach der Mondschwester von Riley zur Hand genommen. 

Die Geschichte des Wassers habe ich in 2018 nämlich bereits gelesen – und war begeistert davon! (Eigentlich hätte ich Maja Lunde auch zum Punkt Autoren-Neuentdeckung packen können.)
Auch mein Freund hat die beiden Bücher von der Autorin schon gelesen – die Bienen fand er sogar noch besser! – und freut sich schon sehr auf den dritten Teil vom Klima-Quartett.

In diesen Büchern geht es um brisante Themen unsere Umwelt und das Überleben der Menschen betreffend, verpackt in spannenden Geschichten. Dies ist zwar Fiktion, aber trotzdem ganz und gar nicht unwahrscheinlich, dass die darin beschriebenen Szenen in baldiger Zukunft genau so eintreten könnten, wenn wir Menschen weiterhin so achtlos mit der Natur und ihren Lebewesen umgehen!


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© Influenza Bookosa
 
2018:

Bücher gesamt: 23 (davon Re-Reads: 1)
Seiten gesamt: 8.419
Bücher im Monat: ca. 2
Seiten im Monat: ca. 702
Seiten am Tag: ca. 23
SuB-Stand Anfang 2018: 175
SuB-Stand Ende 2018: 210


In 2018 habe ich zwar ein Buch weniger gelesen als in 2017, aber dennoch waren das nur 16 Seiten weniger. Man kann also sagen, dass 2018 ähnlich gut (oder schlecht, je nachdem wie man es sehen mag) ausgefallen ist wie das Jahr zuvor.

Ansonsten war 2018 ein wirklich sehr ereignisreiches, prägendes Jahr für mich. – weniger literarisch, dafür privat umso mehr: Anfang des Jahres mein erfolgreicher Krankenpflegeabschluss, währenddessen schon die Schwangerschaft, danach Urlaub, Umzug, Geburt und schlussendlich unser beginnendes Leben als kleine Familie.

Wie es lesetechnisch bei mir und meinem Blog weitergehen wird, ist schwer absehbar. Meine Kleine wird nun immer aktiver und will mehr und mehr bespaßt werden, aber derzeit nutze ich ja auch fast nur die Stillzeiten zum Lesen und das funktioniert ganz gut. Mal sehen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass sich in 2019 etwa ähnlich viel auf meinem Blog tun wird wie in 2018.

Ich wünsche uns allen ein schönes Bloggerjahr 2019 und viele gute Bücher, die es wert sind, weiterempfohlen zu werden. Macht es gut, man liest sich!


Alles Liebe,
    Janine

Kommentare:

  1. Hallo liebe Janine :)

    Freut mich zu hören, dass ihr gut als kleine Familie ins neue Jahr starten könnt. Was für eine schöne, aufregende Zeit! Ich finde es toll, dass du es mit dem Blog einerseits ruhig angehen lassen möchtest, angesichts deiner neuen Aufgabe und ihn trotzdem aber nicht gleich abschreibst. Ähnlich habe auch ich mich für dieses Jahr entschieden, denn meine Familie ist um ein Pferd gewachsen :D Für mich bedeutet das aktuell auch in gewisser Weise sehr viel Verantwortung, aber trotzdem habe ich weiterhin Freude, wenn ich an meinen Blog denke. So wird es wohl in nächster Zeit bleiben :)

    In buchischer Hinsicht: "Das rote Adressbuch" habe ich jetzt auch schon häufig empfohlen bekommen, es zählt wohl als literarischer Geheimtipp. Vielleicht sollte ich auch ein wenig hinein lesen, ich dachte nämlich bislang (wohl auch fälschlicherweise), dass es mir zu kitschig werden könnte.

    Auf jeden Fall aber dir einen schönen ersten Neujahrestag!

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    1. Hallo Misty,
      danke dir! :) Ob nun mit Baby oder Pferd, man hat eine gewisse Verantwortung und kann sich nicht mehr einfach nur mehr um sich selbst kümmern. Hobbys, wie bspw. unser Blog und das Lesen, müssen da eben hintanstehen. Nichtsdestotrotz finde ich es wichtig, besonders wenn man sich den Großteil des Tages um ein anderes Lebewesen kümmern muss, die kurzen Zeiten dazwischen dafür voll und ganz zu nutzen, um sich selbst einer anderen schönen Tätigkeit zu widmen. Auch wenn es nur ein paar Minuten oder ein Stündchen am Tag ist ... es ist wichtig, damit einem nicht irgendwann die Decke auf den Kopf fällt. Aber man wächst da so rein und man gewöhnt sich an die neuen Umstände. Ich würde es ja auch nicht mehr anders haben wollen. ;-) Mein Blog ist und bleibt mein Hobby, völlig egal, wie viel oder wenig Zeit mir dafür übrigbleibt.

      Alles Liebe,
      Janine

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  2. Hallo meine liebe Janine

    Das ist wirklich ein schöner Rückblick und es freut mich natürlich sehr, dass "unser" Murakami da auch erwähnt wird. Wenn du Lust auf den nächsten hast (Kafka, du weisst schon), dann melde dich gerne. Ich würde mich sehr darüber freuen und es macht mir auch gar nichts aus, eine ganz langsame und entspannte Leserunde zu starten.

    Ich danke dir von Herzen für die vielen tollen und spannenden Buchtipps aber vor allem auch für den offenen, intensiven und wunderschönen privaten Austausch. Mal mehr, mal weniger. Und ich bin wirklich froh, immer wieder von dir zu hören/lesen und werde dir in den nächsten Tagen auch mal noch antworten, aber das hat Zeit, denn eigentlich möchte ich dir einfach nur sagen, dass alles, was du machst, gut so ist, wie du es machst, dass ich dir und deiner Familie von Herzen alles Liebe und Gute und vor allem viel Gesundheit und unvergessliche gemeinsame Momente wünsche und dass ich mich freue, dass du ein Teil von meinem Leben bist.

    Alles Liebe dir für 2019 und noch viel länger
    Livia

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    1. Liebe Livia,

      danke für deine ehrlichen und lieben Worte! Auch ich habe meine Freude daran, einen so offenen, intensiven (und respektvollen!), privaten Austausch mit dir zu führen und bin ebenfalls sehr glücklich darüber, dass wir uns kennen und bereits auf eine so tolle und lange gemeinsame Bloggerzeit zurückblicken können. ♥

      Um ehrlich zu sein, fehlt es mir schon, mich mit dir wieder in einer gemeinsamen Leserunde auszutauschen und ja, ich hätte große Lust auf "Kafka am Strand" und ich werde mich definitiv bei dir melden, wenn ich so weit bin. Ich habe mir nur vorgenommen, dass ich als nächstes 3-4 Bücher von meinem "Zunächst-lesen-Stapel" angehen will, die warten da schon so lange auf mich (sind unter anderem auch Geschenke von der Schwiegermutti und Jonas), aber danach starten wir beide wieder. Wird wahrscheinlich im Frühjahr sein, dass ich mich bei dir melde. Aber es drängt ja nicht, deswegen ist es okay. :-)

      Alles Liebe dir!

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    2. Liebste Janine

      Danke für deine lieben Worte und ich freue mich auch schon auf den Murakami. Das Buch schaut mich jeden Tag an, durch seinen grünen (und sehr breiten) Buchrücken sticht es nämlich so wunderbar aus dem SuB-Regal heraus und ich denke dann immer an dich :-)

      Ganz liebe Grüsse
      Livia

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  3. Liebe Janine,

    vielen lieben Dank für deine Teilnahme und deinen umfassenden Beitrag.

    Ganz liebe Grüße
    Petzi

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  4. Hey Janine,

    "Das rote Adressbuch" spricht mich so gar nicht an, aber die Reihe von Maja Lunde möchte ich irgendwann auch mal lesen. Man hört ja doch sehr viel gutes.

    Murakami würde ich irgendwann auch gern mal probieren, einfach weil er so bekannt ist. Nach allem was ich so gehört habe denke ich aber, dass es eher nicht mein Fall sein wird.

    Das Cover der Vegetarierin finde ich auch sehr gelungen. Die Finger waren mir bisher noch gar nicht aufgefallen :D

    Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute für 2019!
    Julia

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    1. Liebe Julia,
      Glaube ich irgendwie auch, dass Murakami bei dir nicht so gut wegkommen wird. :D Er ist schon recht speziell. Aber Maja Lunde könnte dir gefallen. Sind halt auch echt wichtige Themen, die in ihren Büchern behandelt werden, allein deswegen finde ich sie empfehlenswert. Ich lese gerade die Bienen und bin begeistert davon. Würde am liebsten andauernd die Nase im Buch stecken haben, wenn ich könnte. ;)

      Dir auch ein gutes neues Jahr und alles Liebe! ♥

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