[Rezension] Die Geschichte des Wassers | Maja Lunde

Donnerstag, 20. September 2018


Seiten: 474
Verlag: btb
Ersterscheinung: 19. März 2018
ISBN: 9783442757749
Format: Hardcover mit Schutzumschlag
Preis: [A] 20,60 €  |  [D] 20,00 €
Originaltitel: Blå
Genre: (dystopischer) Roman

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Mein Lesezeitraum: 21. Aug. - 18. Sept. 2018  (= 29 Tage)




Der Klappentext
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Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot und einer ganz besonderen Fracht versucht sie die französische Küste zu erreichen. Dort will sie den Mann zur Rede stellen, der einmal die Liebe ihres Lebens gewesen ist.

Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein altes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.

Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman ist eine Feier des Wassers in seiner elementaren Kraft und ergreifende Warnung vor seiner Endlichkeit.


Der Erste Satz
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Nichts hielt das Wasser auf, man konnte es den Berg hinab zum Fjord verfolgen; vom Schnee, der aus den Wolken fiel und sich auf die Gipfel legte, bis zum Dampf, der aus dem Meer aufstieg und wieder zu Wolken wurde.


Meine  Meinung
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»Ich liebe Wasser!«

Wasser: mitunter das wichtigste, das der Mensch zum Überleben braucht!
Wenn man bedenkt, dass die gegenwärtigen 7,5 Milliarden Menschen bereits jetzt bedenklich viele/zu viele lebensnotwendige Ressourcen (unnötig) verbrauchen, wie sähe das Ganze dann erst in 30 Jahren aus, also 2050? (Wenn wir etwa 10 Milliarden sind und unser Konsumverhalten nicht überdacht und verändert haben?) Man muss nicht besonders klug sein, um sich darauf die Antwort »nicht rosig!« geben zu können.
Maja Lunde hat sich in Die Geschichte des Wassers genau diesem Problem gewidmet, und zwar in Form von zwei Geschichten: die eine spielt mit der Protagonistin Signe in der Gegenwart (2017) und die zweite mit David und seiner kleinen Tochter Lou in einer dystopischen Zukunft im Jahre 2041. Diese beiden Geschichten verknüpft die Autorin am Ende ihres Buches sehr gekonnt, wie ich finde.

Signes Geschichte, mit der das Buch startet, hat mich persönlich erst mal noch nicht wirklich abholen können, da in ihren Kapiteln viel das Leben auf dem Boot am Meer Thema ist. Vor allem das Gefasel über den ganzen Segel-, Schiff- und Bootkram, dem eindeutig zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, hat mich gelangweilt. Mit den meisten fachspezifischen Ausdrücken konnte ich leider nichts anfangen, und zum Nachschlagen waren es mir definitiv ZU VIELE fremde Wörter. Glücklicherweise hatten diese Ausführungen sehr bald ein Ende und auch Signes Kapitel wurden äußerst spannend.
Die Kapitel mit David und Lou haben mich von Anfang an gefesselt, ihre persönlichen Schicksale habe ich durchgehend gebannt verfolgt.

Klar ist das hier eine erfundene Geschichte, allerdings finde ich die gar nicht so weit hergeholt, in Anbetracht der derzeitigen Entwicklungen, was unser Wasser und andere Ressourcen betrifft. Es ist schon erschreckend zu lesen, dieses Zukunftsszenario, in dem David und Lou tagtäglich um ihr Überleben kämpfen müssen. So oder so ähnlich könnte es uns in ein paar Jahrzehnten auch ergehen, und diese Vorstellung finde ich wahnsinnig beunruhigend. Manche Dystopien bewahrheiten sich eines Tages bzw. sind dabei, sich in der Gegenwart zu verwirklichen, man denke nur an 1984 von George Orwell.

Die Geschichte des Wassers ermöglicht einen ganz guten, wenn auch bedrückendenden, Einblick in eine sehr wahrscheinliche Zukunft, allein das Trinkwasser betreffend. Dieses ernste Thema, das ich momentan viel wichtiger finde, als so manch anderes politisches Thema, bekommt hierin einen Raum. Es ist keine wissenschaftliche Abhandlung, kein Sachbuch, nein. Hierin wird das Schicksal von vielen Menschen im Allgemeinen und das von David und Lou im Speziellen erzählt. Das sind Menschen wie Du und ich, und deshalb finde ich es umso erschreckender, SO ETWAS zu lesen, als einfach nur ein Sachbuch.

Am liebsten würde ich hergehen und jedem Menschen, der mir begegnet, diesen Roman in die Hand drücken. Leider lesen so wenige Menschen wirklich gern, sodass dieser Plan wahrscheinlich grundsätzlich schon zum Scheitern verurteilt wäre. Ich kann ihn an dieser Stelle also eigentlich nur dringlichst jedem ans Herz legen.
Mir hat dieser Roman jedenfalls total Lust auf Maja Lundes erstes Buch Die Geschichte der Bienen gemacht. - Darin findet sich nämlich ein weiteres Thema das ähnlich verheerende Auswirkungen auf das Überleben der Menschheit hat. Es wird nicht allzu lange dauern, bis ich auch dieses Buch zur Hand nehmen und lesen werde! Irgendwo im oder außen am Buch von Die Geschichte des Wassers habe ich übrigens sogar noch die Info gefunden, dass die Autorin sogar vier Bücher über Umwelt plant, also ein "Klima-Quartett". Ich kann mich also noch auf weitere Bücher mit wirklich wichtigen Themen freuen!


Persönliche Bewertung
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Die Autorin
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Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Ihr Roman Die Geschichte der Bienen wurde mit dem norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet, in 30 Länder verkauft und sorgte auch international für Furore. Das Buch stand monatelang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und war der meistverkaufte Roman des Jahres 2017. Im Frühjahr 2018 erschien mit Die Geschichte des Wassers der zweite Teil ihres literarischen Klima-Quartetts, das sich mit den Folgen menschlichen Handelns für die Natur beschäftigt. 

-) Website der Autorin. 

-) Die Autorin auf Twitter. 
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-) Morgenschnecke (3 ***)


Kommentare:

  1. Liebe Janine,

    die Probleme von Wasserknappheit und damit einem kostbaren Gut aufzuzeigen, hat mir sehr gut gefallen. Die Segelei von Signe konnte mich auch nicht sehr fesselnd, doch richtig langweilig fand ich die Beschreibungen nicht.

    Der Erzählstil macht auch aus diesem Buch wieder ein besonderes Werk der Autorin. Wenn du die Geschihcte der Bienen noch nicht kennst, kannst du dich darauf freuen. Ich war begeistert.

    LG Barbara

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    1. Hallo Barbara,

      freut mich, dass dir Lundes "Die Geschichte des Wassers" auch sehr gut gefallen hat! Nein, "Die Geschichte der Bienen" kenne ich noch nicht. Zur Zeit liest das Buch mein Freund, aber danach werde ich es mir auf alle Fälle gönnen. Er ist eh jetzt auch schon sehr begeistert davon.

      Alles Liebe dir,
      Janine

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  2. Hallo Janine,
    interessante Rezi!
    Ich hatte die "Geschichte der Bienen" zuerst gelesen und fand sie klasse. Daher waren meine Erwartungen bezüglich des 2. Bandes wohl sehr hoch (zu hoch?) aufgestellt, so dass ich den 2. Teil zwar gut fand, weil er die von Dir gut beschriebene Thematik sehr drastisch darstellt, aber ich fand Signes Ausführungen auch zeitweise etwas lahm und die Zusammenführung der beiden Stränge konnte mich nicht so begeistern wie beim ersten Teil. Wenn man den ersten Teil zuerst gelesen hat, merkt man, dass die Autorin immer das gleiche Muster verwendet finde ich. Beim ersten Teil sind es allerdings 3 Zeitststränge (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft), die hinterher geschickt verflochten werden, hier waren es nur 2. Wenn Dir dieser Teil jedoch schon gefallen hat, dann wird Dich Teil 1 richtig begeistern.
    Ich bin gespannt, wie die Reihe von Maja Lunde weitergeht. Ich hoffe, der 3. Teil ist wieder etwas besser als Teil 2. Ich kann Dein Statement voll unterschreiben, dass ich am liebsten allen, die ich kenne, ihre Bücher in die Hand drücken möchte, da sie dringende und uns alle angehende Themen ansprechen. Aber auch in meinem Bekanntenkreis lassen sich die meisten leider schon vom Umfang des Buches abschrecken, dabei fliegen die Seiten einfach so dahin, wenn man sich wirklich mal mit dem Inhalt beschäftigt.
    Ich bin gespannt auf Deine Meinung zum ersten Teil und bleibe Deinem interessanten Blog weiterhin verbunden :-)
    LG orfe1975

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    1. Hallo orfe!

      Dankeschön! Ja, ich habe nun schon einge Male gelesen/gehört, dass "Die Geschichte der Bienen" sogar noch besser sein soll, als "Die Geschichte des Wassers". Mein Freund liest "Die Geschichte der Bienen" ja gerade und hat mir schon vom ähnlichen Muster erzählt und schwärmt eigentlich auch bereits sehr von der Geschichte. Ich bin also schon SEHR gespannt drauf! (Genauso wie auf den 3. und 4. Teil ihres Quartetts!)
      Ich finde auch, dass sich das Buch so schnell wegliest. Ja, es liest sich fast von selbst, würde ich sagen ... ;) Schade, dass nicht mehr Menschen anfällig fürs Lesen derartig wichtiger Themen sind!

      Alles Liebe,
      Janine

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