[Rezension] Guter Hoffnung | Kareen Dannhauer

Montag, 17. September 2018


Seiten: 423
Verlag: Kösel
Ersterscheinung: 4. September 2017
ISBN: 9783466310760
Format: Klappenbroschur
Untertitel: Hebammenwissen für Mama & Baby / Naturheilkunde und ganzheitliche Begleitung
Preis: [A] 25,70 €  |  [D] 25,00 €
Genre: Ratgeber/Lebenshilfe

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Mein Lesezeitraum: 22. Aug. - 10. Sept. 2018  (= 20 Tage)




Der Klappentext
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Guter Hoffnung ist ein Begleiter für alle Phasen der Schwangerschaft und die turbulente Zeit im Wochenbett. Für viele Frauen sind das die intensivsten Monate ihres Lebens.
In diesem Buch beantwortet Kareen Dannhauer all die Fragen, die sie nach über 20 Jahren Berufserfahrung und unzähligen Hausbesuchen kennt. Ihre Antworten sind warmherzig, fundiert und zeitgemäß. Die klassischen Themen werden hier genauso ausführlich besprochen wie ganz neue Entwicklungen in der Geburtshilfe.
Ein Lesebuch für informierte Entscheidungen rund um die Geburt und ein übersichtliches Nachschlagewerk für Gesundheit, Wohlbefinden und einen ausgeglichenen Gefühlshaushalt von Mama und Baby.


Der Erste Satz
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Schwangersein ist wirklich eine Reise, ein Aufbruch zu ganz neuen Ufern.


Meine  Meinung
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Lass dich nicht verrückt machen!

Ich bin zum ersten Mal schwanger und erwarte bereits in den nächsten zwei Wochen meine kleine Tochter. Im Laufe einer Schwangerschaft stellt man sich als Bald-Mami natürlich die eine oder andere Frage. In dieser Zeit wird man auch hin und wieder abwechselnd von Sorgen oder Ängsten geplagt, besonders, wenn es das erste Kind ist, man noch ziemlich am Anfang der Schwangerschaft steht und man auch sonst keine oder kaum Erfahrungen mit diesen Themen hat. Das Internet bietet zwar eh genügend verschiedene Antworten zu allen möglichen Fragen in diesem Bereich, allerdings ist es mir in manchen Belangen einfach lieber, etwas Festes in Händen halten zu können, das mich ebenfalls gut beraten kann. In diesem Fall ist es eben Guter Hoffnung, das ich mir anstatt eines anderen Hebammenbuches bestellt habe, weil mich dessen Rezensionen mehr überzeugt haben.

Am Anfang meiner Schwangerschaft, als ich noch nicht viel Ahnung von all den körperlichen und seelischen Veränderungen hatte, die auf mich zukommen würden, wäre ich wahrscheinlich etwas empfänglicher für das Wissen in diesem Buch gewesen. Bei mir war es so, dass, je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten und ich mich auf das bevorstehende Ereignis – körperlich, mental und organisatorisch – vorbereitet habe, auch die Angst/Unsicherheit geschwunden ist und ich mich sehr sicher und entspannt gefühlt habe, was die Schwangerschaftssymptome und die Geburt betrifft.

Bei Guter Hoffnung fand ich vor allem auch den Untertitel-Aufdruck Naturheilkunde und ganzheitliche Begleitung sehr interessant. Ich habe ein Werk erwartet, welches mich gut berät, mir Neues näherbringt und bei dem ich das Gefühl bekomme, dass ich gut für alles vorbereitet bin. 
Die Autorin widmet sich sehr ausgiebig dem Thema: Was kann man bei diesem oder jenem Zipperlein tun? Vor allem alternative oder auch komplementärmedizinische Methoden und Mittelchen werden empfohlen (natürlich von der eigenen Naturheilmittellinie der Autorin – was einen etwas faden Beigeschmack hat!). An und für sich finde ich das sehr gut und sicher auch lohnenswert, es auszuprobieren. Da ich aber schon länger aus der Anfangszeit der Schwangerschaft hinaus war, als ich das Buch zu lesen begonnen habe und somit keine der anfangs beschriebenen Symptome mehr auf mich zutrafen, war das Ausprobieren von Dannhauers Ratschlägen und Mittelchen bei mir nicht mehr notwendig. Ich kann an dieser Stelle also auch nicht sagen, ob mir irgendetwas daraus geholfen hätte.

Was mich in diesem Buch aber einigermaßen genervt hat, war der Ernährungsteil – besonders der über Veganismus. Ich lebe jetzt seit fast 8 Jahren vegan (Ja, ich habe überlebt! *Ironie off*) und habe das auch in meiner Schwangerschaft weiterhin getan – und keine Sekunde bereut. Mir geht es prächtig! Ich habe mich schon sehr mit dem Thema vegan in der Schwangerschaft auseinandergesetzt und weiß ganz genau, worauf ich "achten" muss – und das ist (außer dem Vitamin B12 – was sowieso ein eigenes Thema bei Veganern ist!) eben nichts im Speziellen/nichts Anderes als bei Allesessern. Ich traue mich sogar zu behaupten, dass ich vielleicht sogar noch weniger Probleme mit Mangelzuständen habe, als andere, normal essende Schwangere, da ich grundsätzlich schon eine sehr bewusste Esserin bin, weil mich das Thema Ernährung und Nährstoffe immer schon brennend interessiert hat. Dass ich irgendwas mit meiner Ernährung falsch mache, kann man mir absolut nicht vorwerfen, da es mir körperlich super geht und ich mich sehr wohl fühle, das bestätigen auch meine unauffälligen Blutwerte. Ich hab ja noch nicht mal Wadenkrämpfe, was bei Schwangeren häufig vorkommen soll. Außerdem hat mir meine Frauenärztin bei der letzten Ultraschalluntersuchung ein "optimales Baby" bestätigt: optimales Gewicht, wunderschöne Organe, ein kräftig schlagendes Herzchen.  
Dannhauers Kapitel über Veganismus impliziert einfach, dass ich als Veganerin eine schlechte Mutter bin und deswegen hat es mich umso mehr angegriffen, in diesem Buch lesen zu müssen, dass Veganismus "nicht per se gesund ist, sondern aus ernährungsphysiologischer Sicht sogar defizitär". Eine Hebamme ist nun mal eine Hebamme und keine Ernährungswissenschaftlerin. Kann sein, dass sie sich die eine oder andere Meinung eines ernährungskundigen Menschen eingeholt hat, aber fundiert sind ihre "Anschuldigungen" gegenüber vegan essenden Menschen ganz sicher nicht! Ich gehe auch nicht her und sage, dass Omnivoren die ungesünderen Schwangeren sind. Könnt ich aber machen, beispielsweise hemmen nämlich Milchprodukte die Eisenaufnahme stark, was in einer Schwangerschaft sehr ungünstig ist, da man einen wesentlich höheren Eisenbedarf hat. Und was ein Eisenmangel auslösen kann, das wissen wir wahrscheinlich alle (mehr oder weniger). Was tierische Fette und tierisches Eiweiß im Körper bewirken, möchte ich an dieser Stelle nicht mehr ausführen, die Rezension ist ohnehin schon sehr lang.
(Die letzten Zeilen hier hätten jetzt vielleicht nicht mehr unbedingt sein müssen, aber mich hat das Kapitel einfach tierisch genervt, weil darin ein falsches Bild vom Veganismus vermittelt wird und deswegen wollte ich mir ein bisschen meinen Ärger von der Seele schreiben!)

Im Grunde kann man das Buch empfehlen, keine Frage. Für mich persönlich war es aber nicht unbedingt notwendig, da ich mich sowieso bereits sehr sicher fühle und intuitiv weiß, was ich zu tun habe. Viele der Symptome und Dinge, die eventuell in der Schwangerschaft eintreten könnten und die hierin beschrieben werden, waren mir auch fremd. 
Aber um ehrlich zu sein: wenn man ein ängstlicher Mensch ist und man sich schnell verunsichert fühlt, würde ich das Buch AUF KEINEN FALL lesen, da all das Schlimme und Unangenehme, was passieren könnte, was eintreten könnte, einen verrückt machen und Angst auslösen kann. - Und Angst ist das Letzte, was man bei der Geburt braucht. Ein bisschen auf sich selbst, die Intuition und den eigenen Körper zu hören, reicht manchmal schon völlig aus, um ruhig und entspannt dem Geburtserlebnis entgegen zu blicken und Vertrauen in seinen eigenen wundervollen Frauenkörper zu haben, der ja schließlich dafür geschaffen ist, zu gebären!


Persönliche Bewertung
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Die Autorin
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© Frank Eidel

Kareen Dannhauer, geboren 1971, arbeitet als freiberufliche Hebamme in Berlin, Prenzlauer Berg, und ist mit allen Klischees zu Caffè-Latte und schicken Kinderwägen bestens vertraut. Sie ist Mutter zweier zu Hause geborener Töchter. Nach über 20 Jahren Berufserfahrung weiß sie, dass sich fast alle Beschwerden entweder durch heftiges Abwarten oder sanfte und gleichzeitig tief greifende Methoden der Naturheilkunde auflösen, lindern oder integrieren lassen.
Einen wesentlichen Teil ihrer Arbeit bildet dabei die »sprechende Medizin« – in ihren Ausbildungsunterlagen heißt das: tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. 2004 gründete sie ihre eigene Kräutertee-, Kosmetik- und Naturheilmittellinie für schwangere Frauen: into life – hinein ins Leben. www.into-life.de

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Kommentare:

  1. Hallo liebe Janine!

    Jetzt war ich schon sehr lange nicht mehr auf deinem Blog (oder sonst irgendeinem Blog xD). Freut mich sehr zu lesen, dass du bald Mama wirst und ich wünsche dir im Hinblick darauf natürlich schonmal alles Gute!

    Ich verstehe enorm gut, dass dich das Kapitel über Veganismus in der Schwangerschaft geärgert hat, mich ärgert es gleich mit. Ich esse zwar nicht (ausschließlich) vegan, habe aber auch im Laufe dieses Jahres begonnen mich wirklich intensiv mit Ernährung zu beschäftigen. Und wie du sagst, lebt man damit meist soviel gesünder und hat ein derart höheres Wohlbefinden wenn man sich erstmal bewusst ernährt. Bestenfalls wenn man dadurch gleich noch die Umwelt schont (hole mein Gemüsekisterl bei den BioBauern der Umgebung etc.). Aber über Veganismus und den angeblichen Mangel weiß jeder etwas zu sagen, ganz gleich ob er Ernährung überhaupt buchstabieren kann und natürlich regen sich die Leute am liebsten auf, wenn Kinder damit in Verbindung gebracht werden. Aber alle lächeln friedlich wenn die Kleinen die fünfte Milchschnitte oder den achso wachstumsfördernden Fruchtzwerg verspeisen.

    Ich fände da ein ausführliches Kapitel über übermäßigen Zuckerkonsum in der Schwangerschaft viel zielführender.

    In diesem Sinne; nochmal alles gute, schön dass du deinen Weg gefunden hast -> haters gonna hate :D

    Liebe Grüße!

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    1. Hallo Misty,

      kein Problem, geht mir ähnlich mit den Blogbesuchen. ;) Danke dir!
      Ja, du sprichst mir aus der Seele! Ich bin sehr froh, dass du mich und meinen Ärger darüber verstehen und nachvollziehen kannst. Die Menschen sind heutzutage leider viel zu schnell am Kritisieren, obwohl sie nicht viel Ahnung davon haben und bevor sie sich überhaupt ernsthaft mit einem gewissen Thema auseinandergesetzt haben. Ein Kapitel über übermäßigen Zuckerkonsum hätte ich auch gerne gelesen. ;) Man bedenke nur, wie viele Schwangere ihre Gelüste an krebrig süßem Zeug ausleben - das ist dann aber natürlich voll okay ... *Kopf schüttel*

      Nochmal vielen Dank (auch für deinen tollen Kommentar!) und alles Liebe!
      Janine

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  2. Hallo liebe Janine

    Ich verstehe dich so gut. Klar, gibt es dieses eine Thema, aber nur das (das schreibst du ja auch, Vitamin B12). Und ja, darauf muss man achten und ja, das muss dann halt supplementiert werden. Aber wenn man sich Gedanken gemacht hat über seine Ernährung und das haben Menschen, die freiwilig verzichten und vor allem auch Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen verzichten müssen, so oder so, dann findet man einen Weg, der passt. Ich hatte dich ja auch einmal danach gefragt, weil mich auch interessiert hat, was der Arzt gesagt hat, weil es da ja manchmal auch Leute gibt, die sich ganz extrem einmischen wollen.
    Ich bin mir sicher, dass man bei jedem Menschen etwas finden (unentdeckte Allergien, Tumore, usw.) würde, wenn man nur genau schauen würde. Aber nur bei Menschen, die aus freien Stücken auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten, wird dann ein Auge darauf gerichtet, was ja totaler Schwachsinn ist.

    Und: noch die Eigenwerbung....komisch. Ich finde es gut, dass du eigentlich von diesem Buch abrätst. Es gibt sicher andere, positivere Hebammenbücher, die sich eher weiterempfehlen lassen. Das ist auch eine gute Erkenntnis :-)

    Alles Liebe dir weiterhin
    Livia

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    1. Liebe Livia!

      Auch bei dir bin ich sehr froh, dass du mich bei dem Thema verstehen kannst! Von Ärzten habe ich bisher glücklicherweise nur selten einen negativen Kommentar über meine Ernährungsform gehört, aber wenn, dann hat es mich auch immer enorm geärgert, so sehr, dass ich mit dem Arzt am liebsten nichts mehr zu tun haben wollte. - Da bin ich echt sensibel ...
      Veganismus ist halt leider noch immer nicht so verbreitet und als Mensch, der "einfach nur bewusstlos isst" (um seinen Hunger zu stillen), weiß man normalerweise dann auch nicht viel über diese Ernährungsform und WIE vielseitig und großartig (auch geschmacklich) sie sein kann. Außerdem ist für viele Leute wahrscheinlich das Andersartige einfach "unheimlich" oder ablehnenswert, was traurig ist.

      Ich bin mir auch sicher, dass es bessere Hebammenbücher gibt, welche, die nicht so verrückt machen. Vielleicht hätte ich mir doch besser das Buch kaufen sollen, das mir ursprünglich empfohlen wurde. Aber jetzt, 13 Tage vorm Geburtstermin, ist das auch nicht mehr von Nöten. ;)

      Alles Liebe dir,
      Janine

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