[Rezension] Die Sonnenschwester | Lucinda Riley

Donnerstag, 13. August 2020


Seiten: 824
Verlag: Goldmann
Ersterscheinung: 25. November 2019
ISBN: 9783442314478
Format: Hardcover mit Schutzumschlag
Preis: [A] 22,70 €  |  [D] 22,00 €
Originaltitel: The Sun Sister 
Übersetzung: aus dem Englischen von Sonja Hauser, Sibylle Schmidt & Ursula Wulfekamp
Genre: (historischer) Roman
Wissenswertes: Band # 6 der Sieben Schwestern - Reihe

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Mein Lesezeitraum: 24. März - 9. Aug. 2020  (= 139 Tage)




Der Klappentext
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Als weltweit berühmtes Topmodel führt Elektra d’Aplièse ein glamouröses Leben in New York. Aber hinter der glänzenden Fassade verbirgt sich eine innerlich zerrissene junge Frau. Sie greift zu Alkohol und Drogen, um sich zu betäuben, und verliert zusehends die Kontrolle über sich selbst. Da taucht eines Tages eine Fremde auf, die behauptet, ihre Großmutter zu sein. Elektra ist wie ihre Schwestern ein Adoptivkind mit unbekannter Herkunft, und von Stella Jackson hat sie noch nie gehört. Diese Begegnung wird die Weichen für Elektras Leben völlig neu stellen, denn Stella erzählt ihrer Enkelin eine Geschichte – und Elektra kann langsam beginnen, heile zu werden ...

Im Jahr 1939 reist Cecily Huntley-Morgan von New York nach Kenia, um ihr gebrochenes Herz zu heilen. Sie wohnt bei ihrer Patentante Kiki, die Mitglied der berühmt-berüchtigten »Happy-Valley«-Clique ist, jenes mondänen Zirkels von Auswanderern, die im atemberaubend schönen Wanjohi Tal eine neue Heimat gefunden haben. Auch Cecily erliegt dem Zauber Afrikas, und als sie dem Engländer Bill Forsythe begegnet, willigt sie wenig später in seinen Heiratsantrag ein. Gemeinsam ziehen sie auf Bills »Paradise Farm«, wo Cecily ein völlig neues Leben beginnt. Als sie eines Tages aber ein neugeborenes Baby am Waldrand entdeckt, ahnt sie noch nicht, dass in diesem Moment die Würfel für ihr weiteres Schicksal fallen ...


Der Erste Satz
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»Ich weiß nicht mehr, wo ich war und was ich tat, als ich hörte, dass mein Vater gestorben war.«


Meine  Meinung
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Eine Geschichte, die mitnimmt

Die Sonnenschwester, der sechste Band der Sieben Schwestern-Reihe, hat mich wunderbar unterhalten und mitgenommen. Elektra, ein erfolgreiches, weltberühmtes Model, ist die sechste (und letzte bisher bekannte) Schwester im Bunde und als ich sie die ersten Seiten kennengelernt habe, war ich der festen Überzeugung, sie nicht zu mögen und mit ihr bis zum Ende des Buches auch nicht mehr warm zu werden (trotzdem sie als eine relativ bedauernswerte Person beschrieben wird). Wider Erwarten war Elektra mir am Ende des Buches dann aber doch sympathisch, was sicher sehr viel damit zu tun hatte, dass sie eine starke persönliche Wandlung durchgemacht hat. Drogen und Alkohol spielen zu Beginn der Geschichte eine große Rolle, was eigentlich erwartbar war, schließlich ist es ein oft bedientes Klischee, dass reiche, bekannte Persönlichkeiten zu Rauschmitteln greifen. Lucinda Riley nimmt uns also erst mal mit in die Welt einer Suchtkranken und lässt uns teilhaben an Elektras sinnbefreitem Leben. Reich und berühmt, aber trotzdem unsicher und voller Selbstzweifel. Eine leere Hülle. 

Die Leute meinen, Ruhm würden ihnen das Recht geben zu tun und zu lassen, was sie wollen, doch in Wirklichkeit raubt er ihnen das wertvollste Gut, das wir besitzen, nämlich die Freiheit. 
(S. 32)

Im obligatorischen Vergangenheitsstrang lernen wir Cecily kennen, eine Frau, die mit Elektra zwar nicht blutsverwandt ist, aber dennoch der Grund dafür war, dass es Elektra überhaupt gibt. In diesem Teil, der sich im Buch immer wieder mit dem Gegenwartsstrang abwechselt, erfahren wir alles von Elektras Herkunft. Rassismus in der Zeit rund um den zweiten Weltkrieg und die Jahre danach spielen hier eine bedeutsame Rolle. Kenia und New York - zwei völlig verschiedene Welten werden im Vergangenheitsstrang beschrieben, in denen Cecily sich behaupten muss. Ihr Leben ist geprägt von Schicksalsschlägen, die mich sehr mitgenommen haben. Ihre Ehe strotzt vor Sehnsucht und Missverständnissen. Davon zu lesen, hat mich die eine oder andere Träne vergießen lassen. Cecilys Liebe und Stärke war nur zu bewundern - diese bemerkenswerte Frau mit all ihren mutigen und authentischen Handlungen konnte mich sehr berühren.

Lucinda Riley schreibt in diesem Buch sehr einfühlsam und voller Gefühl. Man kann gar nicht anders als mit den Buchfiguren mitzufiebern, mitzutrauern, einfach mitzufühlen. Die Atmosphäre ist im Vergangenheitsstrang oft eine bedrückende, im Gegenwartsstrang passiert hingegen viel mehr Positives. So oder so sind beide Stränge absolut verfolgenswert und spannend. Ich bin wirklich begeistert vom sechsten Sieben Schwestern-Band und erwarte nun voller Vorfreude den heiß ersehnten letzten Band mit der noch völlig unbekannten siebten Schwester!


Persönliche Bewertung
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Die Autorin
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© Boris Breuer

Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Roman »Das Orchideenhaus« stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern an der englischen Küste in North Norfolk und in West Cork, Irland.




 

(Ein paar) weitere Bücher der Autorin
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Kommentare:

  1. Hallo Janine,

    eine wirklich schöne Rezension. Diesen Band der Reihe hab ich allerdings noch vor mir. Nach deiner Rezension hätte ich plötzlich große Lust "Die Sonnenschwester" zu lesen.

    Ich hoffe, euch geht's gut.

    LG Lisa

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    1. Hallo meine liebe Lisa,
      danke dir! :) Ich wünsche dir viel Freude mit dem 6. Band, genieße ihn, dann folgt ja nur mehr einer ...
      Ja, uns geht's super gut, danke. Ich hoffe, dir auch?
      Alles Liebe,
      Janine

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  2. Liebe janine,
    ich michte den sechsten Band auch sehr, obwohl ich Elektra nicht wirklich liebgewinnen konnte. Zu sehr war ihr Leben von Alkohol und Drogen geprägt und dann ihr Wandel fast zu schnell. Aber insgesamt mochte ich diesen Band sehr und bin schon richtig neugierig auf die noch unekannte Schwester.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Liebe Martina,
      ja, der schnelle Wandel ist mir auch aufgefallen und ganz realistisch fand ich das auch nicht. Immerhin wird sie schon ein paar Jahre den Rauschmitteln verfallen gewesen sein, da kann man sicher nicht so schnell so gut davon lassen ... aber nun ja, da habe ich einfach drüber hinweggesehen. Trotzdem war es ein tolles Leseerlebnis! Gibt es eigentlich schon Neuigkeiten zum letzten Band, weißt du da was?

      Alles Liebe,
      Janine

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  3. Liebe Janine

    Abgesehen vom Schluss (ich habe den als "typisch Amerikanisch" empfunden, geht gar nicht, sooooo üertrieben) hat mir das Buch eigentlich sehr gut gefallen und ich habe Elektra gemocht und irgendwie auch gut verstehen können. Nicht ganz glücklich war ich allerdings auch mit der Gewichtung der einzelnen Themen. Es schien mir, als hätte sich die Autorin ab und an verzettelt und für Stellas Geschichte ist dann eigentlich gar nicht mehr viel Raum geblieben, sehr schade.

    Aber sonst war das einer der besten Bände der Reihe, ich habe das Buch auf jeden Fall sehr gerne gelesen.
    Alles Liebe
    Livia

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    1. Liebe Livia,
      mit dem Ende hatte ich gar kein Problem, das war für mich in Ordnung, aber der schnelle Wandel von Elektra hätte in meinen Augen nicht unbedingt sein müssen, aber ich denke, dass das gar nicht so leicht ist, in so kurzer Zeit von einer Elektra, die mitten in der Sucht steckt zu einer Elektra, der es schon wieder recht prächtig geht, zu schreiben und das nicht als zu schnell erscheinen zu lassen. (Ich hoffe, das war jetzt halbwegs verständlich ausgedrückt?) Bezüglich Stella ging es mir gar nicht so, für mich war genügend "Stella" dabei. Wobei ich den Strang mit der kleinen Stella wesentlich mehr verschlungen habe. :)

      Weißt du vielleicht schon den Titel zum 7. Band?
      Alles Liebe,
      Janine

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