[Rezension] Die vorletzte Reise der Ewa Kalinowski | Regina W. Egger

Montag, 3. Februar 2020


Seiten: 264
Verlag: FeuerWerke
Ersterscheinung: 12. September 2019
ISBN: 9783945362594
Format: Taschenbuch
Preis: [A] 13,30 €  |  [D] 12,90 €
Genre: Roman

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Mein Lesezeitraum: 19. Dez. 2019 - 26. Jän. 2020  (= 39 Tage)






Der Inhalt
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Ewa ist krank, todkrank. Für sie jedoch kein Grund, Trübsal zu blasen. Ganz im Gegenteil! Sie verkauft ihre Wohnung und begibt sich gemeinsam mit ihrem guten Freund Lukas und ihrem Yorkshire-Terrier Zizou auf eine Reise quer durch Europa. Der Wohnmobil-Roadtrip ist geprägt von Ewas Erinnerungen an ein langes, erfülltes Leben und alles, was sie je geliebt hat. Sie bringt Lukas ihr Faible für alte Kinofilme, Musik und polnische Speisen näher und erzählt von ihrem Großvater, der sie durch ihre Kindheit begleitet und schließlich bitter enttäuscht hat. Ihr Humor, ihre Lebensweisheiten sowie die Geschichten aus ihrer Heimat Polen begleiten das ungleiche Trio auf diesem großen Abenteuer. Für Lukas wird Ewas vorletzte Reise schließlich zur schwersten Herausforderung seines Lebens. Und für Ewa wird es Zeit, sich vom letzten, großen Geheimnis ihres Lebens zu befreien ...


Der Erste Satz
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Ewa Kalinowski war gewissermaßen unvergleichlich.


Meine  Meinung
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Ist NICHT mit dem "Hundertjährigen" zu vergleichen!

Auf das Buch neugierig geworden bin ich, als ich gelesen habe, dass es dem Hundertjährigen ähneln soll. Da ich Jonassons Buch sehr gemocht habe, wollte ich Die vorletzte Reise der Ewa Kalinowski natürlich unbedingt lesen. Nach einigen Seiten Einlesezeit bin ich dann endlich richtig im Buch/in der Geschichte gelandet und habe mich auf spannende Reiseerlebnisse und witzige Begebenheiten gefreut. Aber leider blieb beides aus.

Ewa ist eine resolute ältere Dame, die weiß, was sie will und die ihren Mund nicht halten kann, wenn sie etwas stört. Ewa ist ehrlich, direkt und unverblümt. Sie ist laut und fordernd und fällt überall auf, wo sie hinkommt. Also so ganz anders als der Durchschnittsmensch in unserer Gegend. Teilweise fand ich Ewa sehr sympathisch, besonders ihre Direktheit und ihre Art, die Dinge beim Namen zu nennen. Ihr schwarzer Humor war mir an manchen Stellen dann aber doch zu viel. Was beim Hundertjährigen witzig war, ist es hier leider nicht. Die Protagonistin ist nämlich im Begriff zu sterben und das im Hinterkopf habend, war nichts, was sie so von sich gegeben hat, lustig.

Besonders spannende Reiseerlebnisse mit ihrem jungen, fast dauerbekifften, Begleiter Lukas gab es in meinen Augen auch nicht wirklich. Ewa bzw. die beiden haben nur irgendwelche Städte besichtigt und sich viel über Geschichte ausgetauscht. Das hat mich alles nicht so brennend interessiert. Zwischendurch gab es mal ein bisschen Tiefgang, weil über Gefühle oder das Leben und den Tod gesprochen wurde, oder weil es Ewa gerade besonders schlecht ging. Die kurzen Geschichten, die Ewa immer mal wieder über ihren geliebten Opi eingestreut hat, sollten wohl eine besondere Wichtigkeit in diesem Roman haben, was bei mir aber leider nicht so richtig rüber gekommen ist.

Anstelle von gutem schwarzen Humor findet sich hier am ehesten noch Tiefgang und Ernsthaftigkeit, was mir ja auch nicht zuwider war. Gegen Ende der Geschichte, als dann Lukas (der mir bis zum Schluss nicht wirklich sympathisch wurde) mehr und mehr in den Vordergrund rückte, war klar, dass diese Reise vor allem für ihn und seine Zukunft eine große Bedeutung haben sollte. Und auch wenn sich die letzten Seiten wieder etwas gezogen haben, fand ich Lukas' Wandel/sein Umdenken dann doch noch irgendwie rührend.

Wer hier also etwas Ähnliches wie Jonassons Hundertjährigen erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Ich möchte das Buch aber leider auch abseits meiner enttäuschten Erwartung nicht so gerne weiterempfehlen. Denn trotz der traurigen Thematik und der damit einhergehenden tiefsinnigen Gespräche und Gedankengänge, konnte mich die Geschichte, alles in allem, leider nicht so mitnehmen und berühren, wie ich mir das gewünscht hätte.


Persönliche Bewertung
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Die Autorin
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> Quelle <


Regina W. Egger wuchs in einem kleinen Dorf im Osten Österreichs auf und lebt heute mit ihrem Mann und ihren anspruchsvollen Katzen in Graz und im Südburgenland. Sie arbeitet seit Langem bei einem großen sozialen Dienstleistungsunternehmen. Ihr Vater, ein begnadeter Geschichtenerzähler, weckte in ihr schon früh die Liebe zu guten Geschichten. Diese gab sie später auch gerne an ihre beiden heute erwachsenen Kinder weiter. Nach einer schweren Erkrankung verfasste sie ihren Debütroman Die vorletzte Reise der Ewa Kalinowski und gewann damit den ersten Preis des Wettbewerbs BestsellerautorIn 2.0. 

-) Die Autorin auf Facebook.


Kommentare:

  1. Guten Morgen Janine,

    der Titel und Inhalt des Buches hatte mich auch neugierig gemacht, aber deine Rezi zeigt mir, dass ich das ich es nicht mehr lesen muss. Obwohl ich schwarzen Humor mag, hätte ich wohl so empfunden wie du, zuviel muss auch nicht sein.

    Liebe Grüße
    Barbara

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    1. Hallo Barbara,

      schwarzen Humor mag ich auch, wenn die Grundstimmung schon eine eher heitere, lockere ist. Dann kann ich schwarzem Humor auch viel abgewinnen. Hier ist die Grundstimmung aber schon schwer und bedrückend, finde ich. Da ist der schwarze Humor zusätzlich in meinen Augen einfach zu viel.

      Alles Liebe,
      Janine

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  2. Liebe Janine

    Das Buch hat bei mir auch nicht sooo toll abgeschnitten und ich finde es sehr spannend, dass wir ganz unterschiedliche Dinge kritisiert haben. Mir ist auch aufgefallen, dass das Buch nicht wirklich in die Tiefe geht und dass der Geschichte ein paar Seiten und Details mehr gar nicht geschadet hätten. Dann hat mich aber vor allem dieser stete mahnende Zeigefinger gestört und die überhebliche Art, mit der Eva ihrem so selbstlosen Begleiter ihre Tipps aufdrängt. Das war mir dann alles zu dick aufgetragen.

    Die Idee hätte durchaus Potenzial, da würde eine erneute Überarbeitung sicher einiges retten.

    Ganz liebe Grüsse
    Livia

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    1. Liebe Livia!

      Ab und zu gab es wohl einen tiefsinnigen Gedanken oder das eine oder andere Gespräch, das etwas nachdenklich gemacht hat, aber das war es dann leider auch schon an Tiefgang, da hast du recht! Mehr Seiten habe ich mir nicht gewünscht, dafür war mir der Inhalt jetzt schon manchmal zu ... belanglos? Die Idee war ja gut, aber die Ausführung hat mich nicht überzeugt, nicht fesseln und nur wenig rühren können.

      Dir auch ganz liebe Grüße!

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