[Rezension] Die letzten Tage von Rabbit Hayes | Anna McPartlin

Sonntag, 13. März 2016


» Seiten: 504
» Verlag: Rowohlt
» Ersterscheinung: 20. März 2015
» ISBN: 9783499269226
» Format: Taschenbuch
» Preis: [A] 12,40 €  |  [D] 12,00 €
» Originaltitel: The Last Days of Rabbit Hayes
» Genre: Roman

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Mein Lesezeitraum: 8. - 18. Februar 2016






Der Inhalt
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Rabbit Hayes, Mutter einer 12-jährigen Tochter, hat Krebs. Schon vor Jahren hat sie erfahren, dass der Knoten in ihrer Brust bösartig ist - und seitdem kämpft sie.
Eine Zeit lang hat es so ausgesehen, als hätte sie diese oftmals tödlich endende Krankheit endlich besiegt, doch dann bricht sich Rabbit ein Bein und bekommt die niederschmetternde Diagnose, dass die Krebszellen gestreut haben und nun in ihren Knochen sind. Ab diesem Zeitpunkt geht es mit Rabbit stetig bergab und schon bald muss sie der Wahrheit ins Auge blicken: sie wird sterben. Allerdings ist Rabbit eine Kämpfernatur und hat nicht vor, ihre Tochter Juliet alleine zu lassen ...


Der Erste Satz
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Bei mir wurde heute Brustkrebs festgestellt.


Meine  Meinung
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Direkt aus dem Leben gegriffen

Vor zwei Wochen hatte sie noch mit Krebs gelebt, jetzt hieß es, sie 
würde daran sterben und ihre zwölf Jahre alte Tochter im Stich lassen.
(S. 30)

Wie lange wird sich Rabbit noch gegen ihr Schicksal wehren? - Das habe ich mich immer wieder gefragt. Rabbits positives und kämpferisch eingestelltes Wesen habe ich von Anfang an bewundert. Eine so starke Frau und Mutter, wie sie in dieser Geschichte dargestellt wird, lernt man sicher nicht so häufig kennen. Sich mit einem solchen Schicksal konfrontiert zu sehen und bis zum Schluss nicht aufzugeben, seinen Mut und seine Stärke beizubehalten und alles Menschenmögliche dafür zu tun, damit die eigene Tochter nicht beunruhigt wird, ist erstaunlich.

Ja, Rabbit ist schon eine bemerkenswerte Frau, aber verwunderlich ist das nicht, schließlich ist sie eine Hayes. Die ganze Familie Hayes ist einzigartig und jedes Familienmitglied ist auf seine Weise stark.
Besonders einmalig ist allerdings Molly, Rabbits Mutter. Molly ist selbstbewusst und scheint niemals aufzugeben. Auch ihr Humor, den sie bis zuletzt, auch in so einer schweren Zeit, zum Ausdruck bringt, ist Balsam für die Seele ihrer sterbenden Tochter und vermittelt ihr und allen Angehörigen eine gewisse Normalität, die sie in so einer Situation scheinbar dringend benötigen ...

In Gedanken waren sie beide bei ihrer Tochter und bei der Frage, 
wie lange sie noch so tun konnten, als würde alles wieder gut.
(S. 211)

Einerseits fand ich diese gespielte Sorglosigkeit und das so-Tun-als-wäre-alles-gar-nicht-so-schlimm in Ordnung, also in Ordnung im Sinne von Krisenbewältigung bzw. nicht anders mit einer traurigen Situation umgehen zu können. Andererseits war es schade, oder hat mich manchmal sogar etwas genervt, dass die gesamte Familie Hayes, zumindest in Rabbits und Juliets Anwesenheit, permanent ihre negativen Gefühle runtergeschluckt und niedergelächelt hat. Manchmal hätte ich mir mehr Mut von den Charakteren gewünscht: der Wahrheit ins Auge zu blicken, über Rabbits nahenden Tod zu reden, den belastenden Gefühlen einfach freien Lauf zu lassen und beispielsweise zu weinen, wenn ihnen zum Weinen zumute war. Die "Friede-Freude-Eierkuchen-Maske" einfach mal fallen zu lassen.

»Sei nicht so scheißdramatisch, Rabbit!«
Rabbit drehte sich um und sah ihre Mutter an. »Sei nicht so scheißdramatisch? Ich sterbe, 

verdammt noch mal, Ma! Wenn ich jetzt nicht dramatisch sein darf, wann denn dann?«
(S. 333)

Abgesehen vom Verhalten so mancher Familie Hayes - Mitglieder, das mir nicht immer verständlich war, bin ich sehr begeistert von diesem Buch. Die Geschichte ist authentisch erzählt, wirkt wie direkt aus dem Leben gegriffen, regt zum Nachdenken über die Endlichkeit des körperlichen Daseins nach und konnte mir wegen all den nahe gehenden Momenten zum Schluss sogar ein paar Tränen entlocken.


Persönliche Bewertung
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Weitere Buchzitate
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~ »Wir sind lange genug Wundern hinterhergejagt, Ma«, sagte Davey 
traurig. »Das führt nur zu Enttäuschung und Leid.« ~ (S. 80)

~ Als Teenager kaufte sie sich in einem Wohltätigkeitsladen einen roten Buddha aus Ton, und als ihre Mutter wissen wollte, 
weshalb, sagte Rabbit, sie hätte lieber einen fetten, lachenden Gott vor Augen als einen dürren, sterbenden. ~ (S. 105)

~ »Es gibt viele Dinge, die wir mit dem Verstand nicht begreifen können.« ~ (S. 143)

~ »Juliet, du bist eine Hayes! Wenn du's drauf anlegen würdest, 
könntest du sogar Attila den Hunnenkönig einschüchtern.« ~ (S. 225)

~ Was auch passiert, ich werde leben, als ob ich nicht sterben müsste, weil es heute nicht so ist. ~ (S. 499)




Der Buchtrailer
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Die Autorin
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© Evan Doherty

Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing. Nebenbei stand sie auch als Comedienne auf der Bühne, doch ihre wahre Liebe galt dem Schreiben, das sie bald zum Beruf machte. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben heute zusammen mit ihren drei Hunden und zwei Katzen in Dublin.

Bereits ihr Debüt Weil du bei mir bist war international ein Bestseller. Mit dem Roman Die letzten Tage von Rabbit Hayes, in dem Anna McPartlin viel von ihrer eigenen Vergangenheit verarbeitet hat, rührte und begeisterte sie unzählige Leserinnen und Leser und landete einen Riesenerfolg.


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August 2016

















Kommentare:

  1. Hallo Janine,

    da hat dir das Buch ja nicht so gut gefallen wie mir! Ich fand gerade diese Unaussprechligkeit des Sterbens so realistisch dargestellt! Als nahestehendes Familienmitglied kann man häufig die Probleme nicht direkt ansprechen, es geht einem doch zu nahe. Aber als Freundin erfährt man die ganze Wahrheit und die kranke Person gibt alle Gefühle preis. So habe ich es auch erlebt. Man kann vielleicht sagen, dass dieses Buch mit den Erlebnissen der Leser spielt.

    Ich wünsche dir eine schöne Woche,
    sommerlese!

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    1. Hallo sommerlese!
      Mir hat das Buch sehr gut gefallen, 4 Sterne sind ja nicht schlecht. ;)
      Ich habe in meiner Rezension eh nicht bekritelt, dass ich es unrealistisch finde, dass sie nicht über den nahenden Tod von Rabbit sprechen konnten bzw. ihre wahren Gefühle zeigen konnten, wenn sie mit Rabbit zusammen waren, sondern dass ich es schade fand, dass sie es nicht getan haben, also dass sie quasi bis zuletzt diese "es wird wieder alles gut - Maske" getragen haben, fand ich mehr traurig, als dass sie offen über das gesprochen haben, was ist und kommen wird. Sie haben also eigentlich weggeschaut, kann man sagen, weil es sie zu sehr geschmerzt hat, der Wahrheit ins Auge zu blicken - das hat mir an der Geschichte eben nicht so gut gefallen. Soll aber nicht heißen, dass so ein Verhalten nicht authentisch ist, ich weiß, dass viele Menschen leider Gottes die Wahrheit nicht sehen wollen und somit nicht darüber sprechen, einfach weil sie manchmal zu grausam ist ...

      Alles Liebe,
      Janine

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  2. Huhu ^^

    ach schade, dass das Buch dich nicht so sehr begeistern konnte.
    Aber sehr schöne Rezi mit gut gewählten Zitaten!
    Und vielen Dank fürs Verlinken ♥

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    1. Bei 4 Sternen bin ich wohl noch begeistert. ;)
      Sehr gerne, liebe Insi!
      Alles Liebe,
      Janine

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  3. Huhu Janine,

    ich finde deine Rezension wirklich klasse! Wenn man das so liest, fühlt man sich wieder direkt zurückversetzt in die Geschichte. Die Familie fand ich ja so was von einzigartig und auch wundervoll. Wie du es in deinem Kritikpunkt auch schon zum Besten gegeben hast, lächeln sie wirklich vieles herunter und so wirklich gut für die Seele ist das bestimmt auch nicht. Trotzdem habe ich deren positive, herzliche Art einfach geliebt und wie sie alle füreinander da waren. Also trotz deiner Kritik, freue ich mich riesig, dass es dir auch gefallen hat! =))

    Ganz liebe Grüße
    Leni =)

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    1. Hallo Leni! :)
      Das stimmt, ich mochte diese positive und lustig-lockere Lebensweise der Hayes auch sehr gerne. Leider hat ihnen im richtigen Moment der nötige Ernst gefehlt und das empfand ich als schade. Nichtsdestotrotz ein wundervolles Buch!
      Alles Liebe ♥,
      Janine

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  4. Huhu!

    Irgendwie hast du bei deinen letzten Rezensionen so richtig frühlingshafte Cover vorgestellt, ist dir das schon aufgefallen? Musste grad lächeln, weil ich mich bei dem Gedanken ertappt habe, das Buch am liebsten nur wegen des Covers kaufen zu wollen - weil es gerade jetzt so gut passt :). Hoffe, ich finde noch vor Ostern Zeit, mit meinem Freund (der will sich einen neuen Tennisschläger holen) ins Shoppingcenter in die Buchhandlung zu fahren, um mal reinzublättern und ein wenig reinzulesen. Wenn der Plot nicht so traurig wäre, hätt ich eh sofort ja gesagt, aber nachdem grad die Mutter eines guten Freundes von mir an Krebs gestorben ist, geht es mir schon nahe ...

    Liebe Grüße
    Marie

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    1. Hallo Marie,
      stimmt, du hast recht mit den frühlingshaften Covern, allerdings habe ich das gar nicht bewusst gemacht bzw. ist es mir gar nicht aufgefallen. ;)
      Falls du vorab schon mal ein wenig reinlesen magst, dann kannst du oben bei der Buchinfo neben dem Cover die Leseprobe anklicken und so schon mal in die Geschichte reinschmökern. Ehrlich gesagt, fand ich die Geschichte gar nicht so traurig - aber das ist nur meine Meinung, da gibt es genügend Stimmen, die das ganz anders sehen^^ - denn allgemein ist die Stimmung im Buch eher locker und spaßig, so habe ich es empfunden. Erst zum Ende hin wird es ernster ...

      Alles Liebe,
      Janine

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