[Rezension] Erwartung | Jussi Adler-Olsen

Freitag, 29. Januar 2016

https://www.morawa-buch.at/detail/ISBN-9783423280204/Adler-Olsen-Jussi/Erwartung-DER-MARCO-EFFEKT?AffiliateID=bWXYWUMlLthqunkq7hba

» Seiten: 565
» Verlag: dtv
» Ersterscheinung: 13. September 2013
» ISBN: 9783423280204
» Format: Hardcover mit Schutzumschlag
» Preis: [A] 20,50 €  |  [D] 19,90 €
» Untertitel: Der Marco-Effekt
» Originaltitel: Marco effekten
» Genre: Thriller
» Wissenswertes: Band # 5 der Carl Mørck - Reihe

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Reinlesen?Leseprobe

Mein Lesezeitraum: 18. - 29. Jänner 2016




Der Klappentext
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Marco ist fünfzehn und hasst sein Leben in einem Clan, dessen Mitglieder von ihrem teuflischen Anführer Zola in die Kriminalität gezwungen werden. Als Marco es eines Tages nicht mehr aushält, fasst er einen folgenreichen Entschluss: Auf seiner Flucht vor Zolas Männern stößt er in einem Erdloch im Wald auf eine stark verweste Männerleiche - und setzt damit eine Spirale von Ereignissen in Gang, die ihn immer wieder in Lebensgefahr bringen ...

Die Suche nach dem Mörder des Mannes im Wald führt Carl, Assad, Rose und Gordon, den Neuen im Sonderdezernat Q, tief hinein in das Netzwerk der Kopenhagener Unterwelt, in den Sumpf von Korruption und schweren Verbrechen in Politik und Finanzwelt - und sie zieht Kreise bis in den afrikanischen Dschungel.


Der Erste Satz
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Der letzte Morgen im Leben von Louis Fon begann wie ein sanftes Flüstern.


Meine  Meinung
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»Marco ist gut im Versteckspielen.«

In Band fünf der Sonderdezernat Q - Thrillerreihe geht es im Kern um eine Betrugsaffäre nicht unbeträchtlichen Ausmaßes. Es geht um Aktien und um Geld. Sehr viel Geld, um genau zu sein. Dieser Thriller schafft es meiner Meinung nach sehr gut, den Lesern bewusst zu machen, zu welchen skrupellosen Handlungen Menschen in der Lage sein können, wenn sie ihre Gelder schützen wollen.

Nein, Geldgier kennt keine Grenzen, dachte René.
(S. 471)

Die Story startet mit einem Prolog, der mich erst mal reichlich verwirrt zurückgelassen hat, der aber, wie Prologe das ja meist so an sich haben, enorm wichtig für die Geschehnisse im Hauptteil ist. Am Beginn der eigentlichen Geschichte lernen wir Marco, den Typ aus dem Untertitel, kennen. Marco ist ein 15-jähriger Junge aus dem Ausland, der Teil eines verbrecherischen Clans ist. Da Marco aber viel zu gutherzig ist und einen großen Gerechtigkeitssinn besitzt, steigt er aus dem Clan durch eine Flucht aus. Mit anderen Worten: Marco ist in all der Zeit im Clan nicht zu einem gefühlskalten Monster geworden und will nun ein legales, besseres und erfolgreiches Leben führen. Da die Mitglieder des Clans natürlich nicht sicher sein können, was Marco ausplaudern wird, suchen und verfolgen sie ihn nun ...

Mitleid zu bekommen mit denen, die man bestahl, war das Schlimmste, was einem passieren konnte.
(S. 200)

Mittendrin natürlich wieder unser leicht aus der Haut fahrender Vizepolizeikommissar Carl Mørck und seine beiden Assistenten, der immer noch sehr mysteriöse Assad und die unberechenbare, mit Vorliebe schwarzgekleidete Rose.
Diesmal aber hat unser Trio zwangsweise Unterstützung (wenn man das so nennen kann?) von Gordon erhalten. Carl wird nicht müde, ihn so oft wie möglich als noch feucht hinter den Ohren zu beschreiben, was ich persönlich unterschreiben kann, nachdem ich ihn ein wenig kennengelernt habe. Dieser Gordon scheint aber (unverständlicherweise) auf unsere kratzbürstige Rose zu stehen.

Lieber ein Furunkel an einer gewissen Körperstelle als Rose auf dem Kriegspfad.
(S. 162)

Mein absoluter Lieblingscharakter ist und bleibt aber mein lieber Assad. Der Gute bringt mich mit seinen Anekdoten über ... äh, Kamele und seinen Wortverdrehungen immer wieder zum Lachen und er hat so etwas unschuldig Naives an sich, das ich einfach nur liebenswert finde. Gleichzeitig ist der Mann mysteriös und unergründlich. Um seine Figur ranken sich, meiner Meinung nach, momentan noch die größten Geheimnisse. Und es macht mich fast wahnsinnig, dass der Autor immer noch nur so wenig über seine scheinbar sehr schwierige Vergangenheit preisgibt.

Sie sahen sich einen Moment an, dann prustete Assad los.
»Alles Blödsinn, Carl. Er hat keinen feuchten Schimmer.«
Carl lächelte. »Blassen Schimmer, Assad. Keinen blassen Schimmer.«
(S. 163)

Von meinem Gefühl her hat es leider recht lange gedauert, bis ich in die Geschichte gefunden habe. Mir persönlich waren es zu viele verschiedene Erzählstränge. Wirklich zugesagt haben mir anfangs nur der Sonderdezernat Q - Erzählstrang und der mit dem ständig flüchtenden Marco. Mit den paar anderen Sichtweisen konnte ich erst nicht wirklich was anfangen. Ich habe teilweise nur Bahnhof verstanden. Erst etwa im letzten Drittel des Buches, wurde es für mich spannend und wirklich mitreißend, weswegen ich die letzten 150 Seiten dann sogar am Stück gelesen habe.

Die sicherste Methode, das Verschwinden eines Menschen aufzuklären, war herauszufinden, 
welches Motiv dahintersteckte. Und seinem Gefühl nach kamen sie diesem Motiv gerade auf die Spur.
(S. 414)

Für mich war dieser Thriller leider erst ab etwa der Hälfte gut. Ab da wurde es für mich dann stetig mitreißender, ich habe Zusammenhänge erkennen können und das Gesamtbild der Hintergründe wurde mir immer verständlicher und klarer. In der ersten Buchhälfte war ich fast nur verwirrt und habe den roten Faden nicht finden können, weswegen ich erst auch noch keine große Freude für den 5. Sonderdezernat Q - Fall aufbringen konnte.
Mein Gesamteindruck vom Buch ist aber trotzdem sehr positiv. Für Fans vom Sonderdezernat Q - Team und von Thrillern über Wirtschaftskriminalität ist dieses Exemplar hier auf alle Fälle zu empfehlen!


Persönliche Bewertung
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Weitere Buchzitate
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~ Er lernte Facetten des Lebens kennen, von denen er vorher keine Ahnung gehabt hatte, und er erkannte 
rasch, dass das Treiben hier in Kopenhagen sich nur unwesentlich von dem in anderen Großstädten unterschied. 
Was ihm aber immer wieder auffiel, waren die vielen ausdruckslosen Gesichter. Lächeln sah man die Menschen 
höchstens dann, wenn sie jemandem über den Weg liefen, den sie kannten. ~ (S. 119)

~ »Man sieht eben, was man sieht. Und manchmal neigt man zu Überinterpretationen.« ~ (S. 408)

~ »Also, erstens: Sind wir uns einig darüber, dass deine Verhörmethoden ein bisschen übers Ziel hinausschießen, Assad?«
»Übers Ziel hinausschießen? Wie meinst du das? Sind die nicht einfach kreativ?«
Carl schüttelte entnervt den Kopf. Kreativ? Herrje, sie waren doch hier nicht im Bastelworkshop.
~ (S. 460) 

~ Gefühle wie Angst oder Furcht hatte man, solange man am Leben hing, vom Glauben an die Zukunft erfüllt war und 
Menschen hatte, die einem etwas bedeuteten. Der Hass aber verdrängte sowohl die Liebe als auch die Furcht. ~ (S. 488) 

~ Die einzelnen Elemente einer Katastrophe erkennt man meist erst dann als solche, wenn die Welt 
in Millionen kleine Stücke zerbricht, während die Katastrophe ins Unermessliche wächst. ~ (S. 518)





Der Autor
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© Martin Hangen

Jussi Adler-Olsen wurde 1950 in Kopenhagen geboren. Mit seiner Thriller-Serie um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q und seinen Romanen Das Alphabethaus und Das Washington-Dekret stürmt er die internationalen Bestsellerlisten. Seine vielfach preisgekrönten Bücher wurden bislang in über 40 Länder verkauft und werden mehrfach verfilmt. 

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2009
2010
2011
2012








... usw.










Herzlichen Dank an dtv für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Kommentare:

  1. Spannend, wie immer :)
    Hab ich das richtig gesehen, du hast das Buch im Rahmen einer LR gelesen?

    Dass der Text bei dir in der Mitte steht, war für mich gerade ungewohnt :D Mir gefällt deine Aufteilung, ich hab da eine Frage: gibt es das Buch mittlerweile auch als TB? Vielleicht lässt sich soetwas hinzufügen, wenn du selbst ein HC gelesen hast?
    Und irgendwie gestolpert bin ich über den Satz mit den weiteren Rezensionen. Ich glaube, " Weitere Rezensionen zuM vorgestellteN Buch" wäre schoner?

    lg Georgina

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    1. Hallo Georgina,
      stimmt, ich habe bzw. hätte das Buch in Form einer Leserunde gelesen, allerdings habe ich nur die ersten beiden Abschnitte kommentiert, da ich dann einen schweren Autounfall hatte und ... dann nicht in der Lage war weiterzulesen wegen meiner Gehirnerschütterung. Seit 2 Tagen kann ich aber wieder lesen und weil ich sonst nicht viel zu tun habe und nur Zuhause sein kann wegen meinen Schmerzen, habe ich gestern Nacht die letzten 150 Seiten am Stück gelesen, die ich auch wirklich klasse fand.

      Wie genau meinst du, dass der Text bei mir in der Mitte steht? Du meinst die Überschriften?

      Ja, das Buch ist vor ein paar Tagen (ich glaube vor einer Woche) schon als TB erschienen. Ich selbst habe in meinen Buchinfos ganz oben aber immer das stehen, was ich selbst auch gelesen habe, ansonsten passt es ja nicht ganz mit der ISBN und dem Preis überein. "Weitere Rezensionen zum vorgestellten Buch" ginge natürlich auch, ich persönlich finde meine Variante aber irgendwie eleganter. ;)

      Alles Liebe ♥,
      Janine

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    2. Ja genau, Überschriften und Zitate, das sieht auf den Blick mehr aus als es dann ist, weil der "normale" Text dazwischen ja wieder linksbündig ist :-)

      Ohje, das wusste ich natürlich nicht.. Ich hoffe, es wird wieder alles soweit?
      Das wirst du wohl noch eine Zeit mit diesem Buch verbinden :-/

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