[Rezension] Eine Handvoll Worte | Jojo Moyes

Montag, 6. Juli 2015


Informationen zum Buch:

-) Seiten: 573
-) Verlag: Rowohlt
-) Ersterscheinung: 4. Oktober 2013
-) ISBN: 9783499267765
-) Format: Klappenbroschur
-) Wert/Preis: [A] 15,50 €   [D] 14,99 €
-) Originaltitel: The Last Letter From Your Lover
-) Genre: (Liebes)roman

Zum Buch? - Verlagshomepage
Reinlesen? - Leseprobe

Lesezeitraum: 27. Juni - 5. Juli 2015




Die Buchrückseite:

Du sollst wissen, dass du mein Herz in deinen Händen hältst

1960. Jennifer Stirling müsste eigentlich glücklich sein: Sie führt ein sorgloses Leben an der Seite ihres wohlhabenden Mannes. Doch ihr Herz gehört einem anderen - und er bittet sie, alles für ihn aufzugeben.

2003. Ellie Haworth hat ihren Traumjob gefunden: Sie ist Journalistin bei einer der führenden Zeitungen Londons. Eigentlich müsste sie glücklich sein. Doch der Mann, den sie liebt, gehört einer anderen.

Eines Tages fällt Ellie im Archiv ein Jahrzehnte alter Brief in die Hände: Der unbekannte Absender bittet seine Geliebte, ihren Ehemann zu verlassen und mit ihm nach New York zu gehen. Als Ellie diese Zeilen liest, ist sie erschüttert. Was ist aus den beiden und ihrer Liebe geworden? Sie stellt Nachforschungen an und stößt auf Jennifer: eine Frau, die alles verloren hat. Alles, außer einer Handvoll kostbarer Worte.

Wer die Liebe nicht kennt, kennt nichts. Wer sie hat, hat alles.


Der erste Satz:

Ellie Haworth hat ihre Freunde in der dichtgedrängten Menge entdeckt und bahnt sich einen Weg durch die Bar.


Meine Meinung:

Lieber vom Verstand oder vom Herz leiten lassen?

Der Einstieg in die Geschichte ist mir leider etwas schwerer gefallen. Ich hatte anfangs meine liebe Mühe mit den vielen Namen, den Szenen- und Zeitenwechseln. Denn das Buch hat zwei Haupterzählstränge: einen aus den 1960er Jahren und einen anderen aus 2003. Der aus den 1960ern hat aber erst mal viel größeres Gewicht. Darin lernen wir Jennifer Sterling kennen, eine junge Frau, die einen Autounfall und dadurch einen Gedächtnisverlust erlitten hatte.

Mit Jennifer bin ich zuerst nicht wirklich klar gekommen, da sie mir aus den Rückblicken wie eine reich verwöhnte, eingebildete Person vorgekommen ist. Erst mit der Zeit, als ich mehr von ihr erfahren habe, hat sich auch mein Bild von ihr geändert und plötzlich war sie mir auch viel näher und sympathischer, was ich durch mein Anfangsbild nie erwartet hätte. Je mehr ich von Jennifer gelesen habe, desto verletzlicher und unschuldiger wurde sie dargestellt. - Das war mir dann fast schon ein bisschen zu sehr gewollt ...

Die Liebesgeschichte(n) sind in beiden Handlungssträngen ja voll am Laufen. Und wunderbar spannend zu verfolgen waren sie auch in beiden Zeiten. Ich liebe es einfach, dieses Hin und Her zwischen zwei Menschen mitzukriegen, ich fiebere da immer sehr gerne mit, wie das mit den sich Liebenden wohl weiter- oder ausgehen wird. Und hier war es ebenso: das Spekulieren, ob die (fast unmögliche) Liebe zwischen Jennifer und ihrem Anthony Bestand hat und ob die beiden jemals endgültig zueinander finden und in eine gemeinsame Zukunft ohne Schuldgefühle blicken können, waren für mich Fragen, die ich gerne ganz schnell beantwortet haben wollte und mich immer gespannt weiterlesen haben lassen.

"Sie werden in Ihrem zukünftigen Leben feststellen, dass
Schuldgefühle eine viel größere Rolle spielen, als Ihnen lieb
ist. Es heißt nicht ohne Grund, dass Leidenschaft brennt, und bei
Affären sind es nicht nur die Protagonisten, die verletzt werden."
(S. 506)

Aber das Gefühl, unbedingt weiter und weiter lesen zu wollen, in mir hervorzurufen, war auch nicht so schwer, denn ich fand, dass die Geschichte unheimlich flüssig, locker und leicht geschrieben ist. Die anfängliche Mühsal war nach einer Einlesezeit schnell verflogen und dann habe ich gar nicht mehr so recht mitbekommen, wie viele Seiten ich schon wieder weggelesen habe. - Das muss ich wirklich positiv hervorheben.

Was ich bis fast ganz zum Schluss aber nicht verstanden habe, waren die kurzen Briefchen am Anfang eines neuen Kapitels. Ich hatte nämlich ziemlich lange angenommen, dass es kleine Liebesbotschaften, eben immer eine Handvoll Worte, von Jennifer an Anthony (und umgekehrt) wären. Allerdings ist dem nicht so. Tatsächlich waren es immer <irgendwelche>, aber dennoch real existierende, Nachrichten von den verschiedensten (anonymen) Menschen. Warum die Autorin die eingefügt hat, konnte ich nicht so recht nachvollziehen. Ich hätte es irgendwie schöner gefunden, wenn sie von Jennifer und Anthony gewesen wären. Aber gut.

"Wissen Sie, man kann nicht erzwingen, wiedergeliebt
zu werden. Ganz gleich, wie sehr man es sich wünscht.
Manchmal hat man einfach den richtigen Zeitpunkt verpasst."
(S. 508)

Was ich hier aber wirklich, wirklich gut fand, war das Ende. Das war einfach nur schön, unglaublich rührend und voller Freude und Hoffnung. Damit war ich voll und ganz zufrieden.
Wer sich also für Geschichten über die Rolle der Frau in Gesellschaft & Ehe in den 1960ern, verpasste Chancen, Affären und eine ganz besondere, leidenschaftliche Liebe erwärmen kann, sich über einen flüssigen Schreibstil genauso freut wie ich und über eventuelle Startschwierigkeiten hinwegsehen kann, ist hier goldrichtig und sollte sich dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen!


Persönliche Bewertung:

Lust auf weitere Buchzitate?

"Jede Handlung hat Folgen, Ellie. Meiner Meinung nach teilt sich die Welt
in Menschen, die das wissen und sich dementsprechend verhalten, und solche,
die einfach danach gehen, was sich gerade gut anfühlt." ~ (S. 491)

 Man kann sich nur fern von zu Hause neu erfinden. ~ (S. 494)

 "Und wo liegt das Problem?"
"Sie ist ... komplizierter, als sie wirkt."
"Der ältere Mann lächelt ironisch. "Ich habe noch nie
eine Frau kennengelernt, auf die das nicht zutrifft."
"Tja ... Nun, ich mag keine Komplikationen."
"Ein Leben ohne Komplikationen gibt es nicht, Rory. Am Ende schließen wir alle Kompromisse."
~ (S. 501)

"Ich habe vor langer Zeit gelernt, dass <was wäre, wenn> ein gefährliches Spiel ist." ~ (S. 509)


*          *          *          *          *          *          *          *          *           *           *          *          *

Die Autorin:

by Charlotte Murphy

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die Sunday Morning Post in Hongkong und den Independent in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex. Ihr Roman Ein ganzes halbes Jahr wurde international zum Bestseller und stand auch in Deutschland monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste.

Hier geht's zur Website der Autorin












Weitere Bücher von Jojo Moyes:

2013
2014
2015
2015
       
        














Weitere Blogger-Rezensionen zu Eine Handvoll Worte:

5 Sterne: Erlesene Bücher | myAvalon
4 Sterne: Jeanne D'Arc Bücherblog | Zwiebelchens Plauderecke
3 Sterne: Chias Bücherecke | Leidenschaft lesen
2 Sterne: Wortszenerie | Zeit der Bücher

Kommentare:

  1. Huhu,
    ich freu mich, dass du meine Rezension mit verlinkt hast. Ist eine schöne Idee. So hat man die Möglichkeit gleich mehrere Meinungen zu einem Buch zu lesen
    LG Chia

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  2. Danke fürs Verlinken meiner Rezension! Es freut mich, dass dir das Buch besser gefallen hat ;)

    Liebe Grüße,
    Lyrica

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    1. Sehr gerne! :-) Mich freut es auch, dass es mir schlussendlich doch noch ganz gut gefallen hat.
      Alles Liebe ♥

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  3. Juhuu! Habe kurz vorbeigeschaut. Sehr süßer Blog.
    Danke für die Verlinkung ❤
    Ganz liebe Grüße,
    Jo

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    1. Danke dir, freut mich, dass du bei mir vorbeigeschaut hast. :-)
      Ich habe zu danken, dass du mir die Erlaubnis gibst. ;)
      Alles Liebe ♥

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  4. Hey! :)

    Soo, jetzt hast du das Buch also beendet. Freut mich, dass dir das Buch nach anfänglichen Einstiegs-Schwierigkeiten doch noch gut gefallen hat und vor allem dass du das Ende so gern mochtest. Ich find ja die Cover von den Jojo-Moyes-Büchern immer total schön. Besonders freue ich mich schon auf "Ein ganz neues Leben", da mir "Ein ganzes halbes Jahr" von den drei Büchern, die ich von der Autorin gelesen habe, am besten gefallen hat. :)

    Liebe Grüße :-*
    Carina

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    1. :) Ja, manchmal brauche ich einfach eine gewisse Einlesezeit, um voll und ganz in der Geschichte zu 'landen'. Hier hat es zwar leider ein bisschen länger gedauert (fast bis zur Hälfte), aber dann ging es. Und das Ende hat mich dafür entschädigt! Hat dir der Schluss auch so gut gefallen? Ich fand das wirklich süß, dass zwei (nicht mehr ganz frische^^) Menschen nach all den Jahren endlich, ENDLICH zueinander finden ... ♥

      Oh ja, ich mag die Cover von Moyes' Romanen auch alle. SEHR! Ganz besonders, wenn man sie alle so nebeneinander (liegen) sieht, ist das ein Hingucker. ;)
      Aber sag mal kurz: wie sieht das denn bei dir auf deinem Laptop aus? Stehen die Erscheinungsjahre eh alle direkt mittig unter den jeweiligen Covern? Oder ist das irgendwie verschoben? Und sieht meine Rezension ganz allgemein bei dir auch ordentlich formatiert (oder wie man da sagt) aus? Oder sieht irgendwas komisch/schräg/... aus?

      Die Erscheinung von "Ein ganz neues Leben" kann ich auch kaum erwarten, ich wünsche mir nämlich so sehr ein Happy End für Louisa und mit dieser Fortsetzung kommt diesbezüglich ja wieder Hoffnung bei mir auf.^^

      Alles Liebe ♥

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  5. Huhu Janine,
    da ist ja deine Rezension zu dem Buch.
    Also ich muss ja als erstes einmal ein Lob für deinen Rezensionsaufbau an dich aussprechen: Der gefällt mir richtigrichtig gut. Optisch sehr ansprechend, interessante Informationen und man sieht, dass du dir sehr viel Mühe damit gegeben hast.

    Als du die Briefausschnitte erwähnt hast, musste ich doch mal kurz nachdenken. Ich kann mich gar nicht mehr so richtig daran erinnern. Vermutlich hat J. Moyes diese Zitate eingebracht, um einen Realitätsbezug herzustellen. Ich finde, dass ist eigentlich eine ganz nette Idee.
    Schön, dass dich das Buch zum Ende hin nochmal richtig gepackt hat. Ich bin gespannt, was du zu "Weit weg und ganz nah" sagen wirst. Das hattest du noch nicht gelesen oder? Weißt du schon wann du damit beginnen möchtest?
    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Grüß' dich Tanja!

      Ja, da ist sie. ;) Siehst du, jetzt habe ich doch total vergessen, bei dir vorbeizukommen und dir Bescheid zu sagen, aber naja, wenigstens hast du dran gedacht und bist gekommen.^^

      Daaaaaaanke! :) Weißt du, wie sehr mich dein Lob freut? - Und du hast völlig recht, ich gebe mir wirklich immer besondere Mühe mit meinen Rezensionen und versuche sie so gut wie möglich ansprechend zu gestalten. Das finde ich total schön, dass man das wirklich auch sieht. :-)

      Wie lange ist das Lesen von "Eine Handvoll Worte" bei dir denn schon her? Die kleinen Briefbotschaften am Anfang eines Kapitels waren eh ganz nett zu lesen. Man konnte daran gut sehen, wie sich die Ausdrucksweise im Laufe der Zeit verändert hat und wie man sich eben ausgedrückt hat, als man noch Briefe geschrieben hat und später dann nur mehr Mails und SMS. Den Unterschied habe ich manchmal schon vorher erkannt, bevor ich unten drunter beispielsweise "Frau an Mann per Brief/E-Mail/SMS" gelesen habe. ;) Die Botschaften hatten halt trotzdem so gar nichts mit der Geschichte an sich zu tun und das fand ich ein wenig schade ...

      Stimmt, "Weit weg und ganz nah" habe ich noch nicht gelesen - wann das passieren wird, steht allerdings noch in den Sternen, da ich das Buch noch nicht mal bei mir Zuhause am SuB habe. Aber dass ich es eines Tages lesen werden, steht schon ganz sicher fest! Genauso wie die anderen Veröffentlichungen von Jojo Moyes. Mein nächstes Buch von ihr wird höchstwahrscheinlich aber die Fortsetzung "Ein ganz neues Leben" sein. :)

      Alles Liebe ♥,
      Janine

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    2. Huhu Janine,
      macht nichts. Ich bin ja deine Leserin geworden und habe dich somit immer gleich auf meinem Dashbord. Als ich dann den Buchtitel dort sah, bin ich gleich vorbeigekommen :o)))

      Doch, das sieht man total, dass du dir Mühe gibst. Sehr schön und individuell ist auch, dass du in deiner Rezension den Zeitraum angibst, wie lange du für das Buch gebraucht hast. Das hat nicht jeder. Die Angabe des ersten Satzes, habe ich schon bei der ein oder anderen Rezension gesehen. Ist auch etwas, was mich sehr anspricht. Was ich bislang auch noch bei keinem anderen so gesehen habe ist der Abschnitt über die Autorin und welche Bücher sie noch veröffentlicht hat. Optisch stellst du alles sehr schön dar, so dass das Lesen noch mehr Spaß macht.

      Herrje, ich weiß gar nicht mehr, wann ich das Buch gelesen habe. Mit Zeiten ist das bei mir sowieso immer so eine Sache. Ich schätze, das war so etwa, als es rausgekommen ist, aber nagel mich nicht darauf fest.
      Ich weiß aber, dass mir Weit weg und ganz nah noch besser gefallen hat als eine Handvoll Worte. Da kannst du dich also auch sehr drauf freuen.

      Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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    3. :) Das ist Vorteil davon, wenn man noch nicht so viele Blogs hat, denen man folgt. Bei mir sind es nämlich schon gut 300 Blogs und da verpasse ich dann schon hin und wieder den einen oder anderen lesenswerten Beitrag, da wirklich viele neue Posts am Tag in meinem Dashboard zu finden sind.

      Also sieht das optisch auch ordentlich aus? Ist alles am rechten Platz und nichts 'schräg' oder 'komisch'? Sind zum Beispiel auch die Erscheinungszahlen unter den Covers direkt mittig? Ich weiß nämlich nicht, wie das auf anderen Computern/Laptops angezeigt wird. Wenn das irgendwie verschoben ist, dann muss ich mir das was einfallen lassen, wie ich das ordentlich machen kann. ;)

      Habe ich jetzt auch schon von ein paar Leuten gehört, dass sie Weit weg und ganz nah eine Spur besser fanden, ich denke also, dass ich mich da tatsächlich sehr drauf freuen kann. :D
      Irgendwie habe ich gerade richtig Lust auf eine Lesenacht ... Ich hoffe, es findet schon bald wieder eine statt.^^

      Alles Liebe ♥

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