[Rezension] Teo | Lorenza Gentile

Sonntag, 17. Mai 2015


Informationen zum Buch:

-) Seiten: 195
-) Verlag: dtv
-) Ersterscheinung: 1. Mai 2015
-) ISBN: 9783423280518
-) Format: Hardcover mit Schutzumschlag
-) Wert/Preis: [A] 19,50 €   [D] 18,90 €
-) Originaltitel: Teo
-) Genre: Roman

Zum Buch? - Verlagshomepage
Reinlesen? - Leseprobe bei vorablesen

Lesezeitraum: 14. - 16. Mai 2015

Persönliche Bewertung: 5 *****

http://influenza-bookosa.de/teo-lorenza-gentile/






Die Autorin:

Francisco A. Soeiro/ DTV

Lorenza Gentile wurde 1988 in Mailand geboren. Ihre Leidenschaft für Literatur und für das Theater entstand schon in der Kindheit, die sie in Florenz und Mailand verbrachte. Sie studierte Drama und Theaterwissenschaften an der Goldsmiths University, London, und besuchte die internationale Theaterschule Jacques Lecoq in Paris.

»Während meines Studiums nahm ich viele schlechte Gewohnheiten an, glücklicherweise aber gab ich eine gute, die ich hatte, niemals auf: das Schreiben.«
 
Teo ist Lorenza Gentiles erster Roman. - Hier geht's zum Interview mit der Autorin.



Der Buchtrailer:




Der erste Satz:
 
Ich heiße Teo, ich bin acht Jahre alt, und ich will mit Napoleon reden.

 
Der Klappentext:
 
Teo ist acht Jahre alt und hat vor allem einen Wunsch: Er möchte, dass seine Eltern endlich aufhören zu streiten. Ob Kaiser Napoleon ihm erzählen kann, wie der Krieg zu Hause zu gewinnen ist?
Erstmals seit langem haben ihm die Eltern zum Geburtstag etwas geschenkt, das ihm wirklich gefällt - einen Comic über den großen Franzosen. Napoleon habe einst alle Schlachten gewonnen, liest er da. Teo möchte ihn unbedingt persönlich kennenlernen, doch Napoleon ist tot.
Eine außergewöhnliche Situation erfordert eben außergewöhnliche Schritte, sagt sich Teo. Während die Stimmung zu Hause auf Phase drei zusteuert (Scheidung), macht Teo sich unbeirrt auf die Suche nach ihm und damit nach Antworten auf große Fragen: Wo ist eigentlich das Jenseits? Oder: Sind Träume vielleicht wirklicher als die Wirklichkeit? Er fragt in der Schule nach, bei den zerstrittenen verzweifelten Eltern, bei Susu, dem Kindermädchen, bei einem französischen Maler, der die Mama porträtiert. Und so entsteht ein gefährlicher Plan, der ihn schließlich zu Napoleon führen soll. Ausgerechnet Luigi jedoch, der nach ein paar Tiefschlägen im Leben unten in der U-Bahn immer Passanten anbettelt, scheint das Geheimnis zu kennen, durch das Teo seine Schlacht vielleicht doch noch gewinnt ...

 
Meine Meinung:

Wer ist dein Napoleon?
 
Für den achtjährigen Teo ist Napoleon ein Held. Ein Held deswegen, weil dieser nie aufgegeben und fast alle großen Schlachten gewonnen hat.
Seitdem Teo ein Buch über Napoleon von seinen Eltern geschenkt bekommen hat, ist er ganz fasziniert von diesem Mann.
Und nun sucht Teo regelrecht besessen einen Weg, um mit Napoleon zu reden. Er muss von ihm persönlich erfahren, wie man eine Schlacht gewinnt, schließlich hat Teo selbst eine ganz persönliche Schlacht zu gewinnen ...

Dass Napoleon aber schon lange tot ist, ist für Teo nicht wirklich ein Hindernis, musste ich schon sehr bald feststellen.
Zwischenzeitlich habe ich mich immer mal wieder gefragt, ob man als Achtjähriger tatsächlich noch so naiv ist und wirklich so wenig Ahnung vom Tod und vom Sterben hat!?
Wie ich als Achtjährige über den Tod gedacht habe, weiß ich beim besten Willen nicht mehr, aber so blauäugig wie Teo und seine altersgleichen Klassenkameraden war ich bestimmt nicht (mehr). Da das Buch aber auch als 'philosophisches Märchen' beschrieben wird, habe ich mich dann nicht weiter darüber gewundert und versucht, mich voll und ganz in die Geschichte fallen lassen. - Was auch fantastisch funktioniert hat!

 
In einer ruhigen Sprache wird hier aus der Sicht von Teo ein kurzer Teil seines achtjährigen Lebens erzählt. Der Teil, in dem er beschließt, mit Napoleon zu reden. Auch wenn er dafür sterben muss.
Als Leser fragt man sich hier: wohin führt das um Gottes Willen? Wird Teo in seiner kindlichen Naivität tatsächlich etwas Verheerendes, das man nicht wieder rückgängig machen kann, tun? Es schien irgendwie alles auf den Tod hinauszulaufen und ich war bis zum Schluss gebannt, WAS Teo letztendlich tun würde.

Ob und wie Teo seinen Napoleon gefunden hat, und ob er sich dafür ins Jenseits befördern musste oder nicht, waren Fragen, die die Autorin mit Teos Geschichte sehr tröstlich beantwortet hat. - Ich kann euch dieses schöne Stückchen Literatur nur wärmstens empfehlen! 


 *          *          *          *          *          *          *          *          *           *           *          *          *

Buchzitate:

 Gut oder böse sein, was bedeutete das genau?
Wenn man andere nicht abschreiben ließ, wie Giulia, war man dann gut,

weil man befolgte, was die Lehrerin sagte, oder böse, weil man seinen
Freunden nicht half? Wenn man sich um die Kinder anderer Leute
kümmerte statt um die eigenen, wie Susu, war man gut, weil man
Geld nach Hause schickte, oder böse, weil man weit weg von seiner
Familie lebte? Und Napoleon? War der gut oder böse gewesen?
Vielleicht war man nie nur eins oder das andere, sondern immer ein bisschen beides.
~

 Wenn du eine Antwort brauchst, sagte sie immer, nimm ein Buch, das du magst,
und schlag aufs Geratewohl eine Seite auf, dort findest du vielleicht die Antwort! ~

 "Tut mir leid, dass du adoptiert bist."
"Warum?", fragte er und sah vor sich hin.
Hm, wenn ich drüber nachdachte, verstand ich eigentlich auch nicht warum.
"Ich dachte, das wär was Trauriges."
"Traurig ist, wenn du keine Eltern hast. Wie die Waisen."
~

"Mal gewinnt man, mal verliert man, mein Junge."
"Ich kenne einen, der hat all seine Schlachten gewonnen."
"Soll ich dir die Wahrheit sagen? Was zählt, ist nicht

siegen oder verlieren. Niemals aufgeben, das zählt." ~

"Was ist denn nun das Geheimnis?", frage ich Napoleon.
"Welches Geheimnis?"
"Das Geheimnis, wenn man siegen will."
...
"Das Geheimnis ist, dass man niemals glauben darf, man wäre zu klein."
...
"Man muss sich im Leben immer groß genug fühlen, genau das braucht man."
~

 

Kommentare:

  1. Hey Janine,

    vielen Dank fürs erinnern, fand ich sher lieb von dir. :)
    Deine Rezension ist schön, vor allem hast du tolle Zitate ausgesucht, gerade die letzten beiden gehörten auch zu meinen Favoriten. :)
    Bin wirklich froh, dass dir das Buch ebenso gefallen hat wie mir.
    Und ja du hast schon ein bisschen recht, dass die Ansichten der Kinder noch sehr, sehr kindlich sind im Buch, für mich hat das aber jede menge Charme gehabt. :D

    Liebe Grüße
    Svenja ☺

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    1. Sehr gerne! ;) Ich dachte ja, dass du dir nicht entgehen lassen willst, was andere zu einem Buch sagen, dass dir selbst so gut gefallen hat. :)
      Ich kann Büchern, in denen es so tolle Zitate gibt, ja generell viel abgewinnen und hier bin ich diesbezüglich mal wieder voll auf meine Kosten gekommen. Und du hast recht, die beiden letzten sind wirklich die besten!^^

      Ein bisschen irritiert hat mich das frühkindliche Denken schon, muss ich dir ehrlich gestehen, aber für ein Märchen, wie das Buch ja beschrieben wird, ist es vollkommen in Ordnung. ;)

      Alles Liebe ♥ und Danke für deinen Besuch!
      Janine

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  2. Hi Janine,

    danke für diese unglaublich tolle Rezension. Jetzt will ich das Buch gleich noch viel mehr haben und vor allem lesen.

    LG

    Janine

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    1. Es freut mich sehr, dass sie dir gefällt und ich dir damit Lust auf diese schöne Geschichte machen konnte. :)
      Lass es mich unbedingt wissen, falls du dir das Buch tatsächlich zulegen solltest und du eine Rezension dazu geschrieben hast, ja?
      Alles Liebe ♥

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  3. Guten Morgen,

    das Buch hab ich letztens mal in der Buchhandlung in die Hand genommen, weil ich wusste du liest es gerade, ich aber keine Ahnung hatte worum es geht. Der Klappentext hat gemischte Gefühle in mir ausgelöst, ich fand ihn schon irgendwie interessant, aber irgendwas hat mir auch gesagt es wäre nichts für mich.

    Hach, die Zitate sind sehr schön. Vielleicht doch ein Buch für mich? Da muss ich nochmal in mich gehen :D

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    1. Genau, geh' in dich - und lass' am besten dein Bauchgefühl entscheiden. ;-)

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