[Rezension] The Narrow Road to the Deep North | Richard Flanagan

Dienstag, 12. Mai 2015


Informationen zum Buch:

-) Seiten: 448
-) Verlag: Chatto & Windus
-) Ersterscheinung: 3. Juli 2014
-) ISBN: 9780701189051
-) Format: Hardcover mit Schutzumschlag
-) Wert/Preis: [A] 19,90 €   [D] 19,30 €
-) Deutscher Titel: Der schmale Pfad durchs Hinterland
-) Genre: Roman

Zum Buch? - Verlagshomepage

Lesezeitraum: 23. November 2014 - 12. Mai 2015

Persönliche Bewertung: 5 *****


Der Autor: 

Photograph: Ulf Andersen

Born in Tasmania in 1961, Richard Flanagan is one of Australia's leading novelists. His novels, Death of a River Guide, The Sound of One Hand Clapping, Gould's Book of Fish (winner of the Commonwealth Writers' Prize), The Unknown Terrorist and Wanting have received numerous honours and been published in 26 countries. His father, who died the day Flanagan finished The Narrow Road to the Deep North, was a survivor of the Burma Death Railway.





Der erste Satz: 

Why at the beginning of things is there always light?


Der Klappentext: 

»The fire was rising at his back, its flames the only living thing, and he thought of her head and her face and her body, the red camellia in her hair, but as hard as he tried now, he could not remember her face.«

In the despair of a Japanese POW camp on the Burma Death Railway, surgeon Dorrigo Evans is haunted by his love affair with his uncle's young wife two years earlier. Struggling to save the men under his command from starvation, from cholera, from beatings, he receives a letter that will change his life forever.


Meine Meinung:

The world is. It just is.

[Den Einstieg in mein erstes, englischsprachiges Buch habe ich eigentlich ganz gut geschafft. Mit einem Online-Wörterbuch, das doch recht oft zum Einsatz kam, hat das Folgen und Verstehen der Geschichte wunderbar funktioniert.]

Der Hauptprotagonist in diesem Roman ist der Australier Dorrigo Evans, ein gelernter Chirurg. Hauptsächlich erlebt man ihn als Arzt im Gefangenenlager während dem Krieg. Dort schildert er seine täglichen Aufgaben, kümmert sich so gut es geht um die Sklaven, die POWs (Prisoners of War) bzw. deren Krankheiten und Folgen des ewigwährenden Hungerns.

Als jemand, der bei einem Krieg nicht dabei war, der keine Ahnung hat, wie es ist, Gegangener zu sein, hart an dem Bau der Burma Death Railway arbeiten zu müssen und so gut wie kaum Essen bekommt, kann sich natürlich nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie es ist, das alles mitzuerleben. Der Autor hat aber versucht, genau das mit seinen Schilderungen zu vergegenwärtigen. Und das mit Bravour, muss ich sagen!
Schonungslos, das Kind beim Namen nennend, wurde hier alles Leid, Krankheit, Erschöpfung durch Hunger, Sehnsüchte und Freundschaft, und vor allem der Kampf mit dem Tod anschaulich beschrieben. Und zwar so gut, dass einem ganz anders wird, wenn man es liest.

Gerade, dass nicht ausschließlich aus Dorrigo Evans Sicht erzählt wird, sondern von den verschiedensten Warten aus, z. B. von den Gefangenen, die man nach und persönlicher kennenlernt, aber auch von den Wärtern aus, hat das Ganze so interessant gemacht. Man hat Einblicke von den unterschiedlichsten Menschen erhalten und meist konnte ich jeden einzelnen auf eine Weise in seinem Handeln und Denken verstehen.
Verstehen ist aber nicht mit Gutheißen gleichzusetzen und das habe ich auch nicht immer getan, besonders wenn Gewalt und Schläge thematisiert wurden.

Die Liebe und Hoffnung spielt in diesem Roman eine ebenso große Rolle, wie all das Kriegsleiden und der Tod.
Auch Dorrigo hat eine ganz eigene Liebesgeschichte zu erzählen. Es geht darin um unbändige Leidenschaft, Glück, wundervolle Zeiten und echte Liebe. Dennoch kommt die Tragik nicht zu kurz. Verschenkte Chancen und Sehnsucht, ebenso wie Handlungsunfähigkeit und Reglosigkeit in einem entscheidenden Moment, haben mich als Leserin mit dem Protagonisten gleich mitverzweifeln lassen. - Eine Liebesgeschichte, die bedauernswerter nicht sein könnte ...

Der Stil des Autors, Situationen und Menschen so unglaublich anschaulich zu beschreiben, hat mich phasenweise wirklich fasziniert. In solchen Momenten wird man wieder ganz stark daran erinnert, wie schön lesen nicht ist. Mit den richtigen Wörtern kann nämlich wirklich Hervorragendes entstehen! Und das war hier der Fall. Oft habe ich über so tolle Vergleiche, wie z. B. diesen hier, gestaunt:

"... her head bobbing like flotsam on the rolling swell of the walkers all around her."

(Großartig, nicht?)

Schlussendlich bin ich gewaltig begeistert von dem Buch. Auch wenn ich eine kleine Ewigkeit dafür gebraucht habe, gelohnt hat es sich in jedem Fall. Die Bilder, die mein Kopf beim Lesen produziert hat, waren das allemal wert.
Liebe, Hoffnung, Leid, Gewalt und Tod sind die Themen, die diesen Roman aus- und lesenswert machen. - Ihr solltet euch diese Lektüre unbedingt gönnen! 


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Buchzitate:

 A happy man has no past, while an unhappy man has nothing else. ~

 The world is, she would say. It just is, boy. ~

 I am a part of all that I have met. ~

 It is not that you know nothing about war, young man, Dorrigo Evans
had said. It is that you have learnt one thing. And war is many things. ~

 But what reality was ever made by realists? ~

 He happily slept without women. He never slept without a book. ~

 Love is shared with others or it dies. ~

 The path to survival was to never give up on the small things. ~

Life was only about getting the next footstep right. ~

 For the world did not change, this violence had always existed and would
never be eradicated, men would die under the boot and fists and horror of
other men until the end of time, and all human history was history of violence. ~

  Without love, what was the world? ~

 And what we cannot dream we can never do. ~

Kommentare:

  1. Janine! Du bist ein Schatz :D
    Danke fürs Bescheid sagen, ich hab deine Rezension so gespannt gelesen und bin mir sicher dass das Buch bald vom SuB auf den Gelesen-Stapel wandern darf :D
    Bisher hat mich die länge noch abgeschreckt aber wenn ein Buch gut ist, ist das ja gerade gut ;)
    Herzallerliebste Grüße
    Nadine ♥

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    1. Dein Besuch ist eine Freude, liebe Nadine! :))
      Ein gutes Buch kann ja gar nicht lange genug sein, da bin ich ganz deiner Meinung. Und "The Narrow Road" hat zwar fast 450 Seiten, aber ich fand die Schrift sogar etwas größer als bei 'gewöhnlichen', deutschen Büchern. Ich weiß aber nicht, ob die Schrift bei englischsprachigen Büchern generell so ist, ich habe ja noch keine Vergleiche... ;-P

      Alles Liebe ♥

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  2. Ich sagte es ja bereits, aber in so einem Fall wiederhole ich mich gern: Glückwunsch und Respekt!

    Thematisch klingt das Buch schon echt interessant, allerdings würde ich das glaub ich nicht auf englisch lesen wollen. Wäre mir wahrscheinlich zu anspruchsvoll ^^

    Die Zitate sind wirklich klasse, jedenfalls die die ich verstanden habe :D

    Was liest du eigentlich momentan für interessante Bücher? Die Cover sind irgendwie ungewöhnlich, aber sehen schon toll aus.

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    1. Danke! :) Obwohl es ziemlich lange gedauert hat und ich mir zwischenzeitlich gedacht habe, dass ich so schnell kein englisches Buch mehr lesen mag, weil es mit dem Nachschlagen so nervig war, bin ich jetzt doch schon ein kleines bisschen stolz auf mich, dass ich es geschafft habe und will sehr gerne irgendwann wieder eines lesen, wenn ich zufällig zu einem kommen sollte - aber weiterhin eher als 'Zweitbuch'. ;)

      Passenderweise erscheint es im September 2015 im Piper-Verlag auf Deutsch. ;-P

      Mir gefällt das "Teo"-Cover auch sehr gut - und der Inhalt ist auch klasse. Ein richtig philosophisches Märchen irgendwie. Und das Ganze wird auch noch von einem achtjährigen Jungen erzählt.

      "Hero" ist mein 'Zweitbuch', das ist so eine Mischung aus Ratgeber, Lebenshilfe und Spirituelles. Ich habe von Rhonda Byrne aber auch schon "The Secret", "The Power" und "The Magic" gelesen - allerdings ist das schon ein paar Jahre her - und die fand ich so gut, dass ich mir "Hero" vor einem Jahr dann auch bei Erscheinung gekauft habe. Und JETZT war anscheinend der Zeitpunkt passend, um es endlich zu beginnen. :-)

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