[Rezension] Die Entführung der Delia Wright | Lyndsay Faye

Freitag, 13. März 2015


Informationen zum Buch:

-) Seiten: 451
-) Verlag: dtv
-) Ersterscheinung: 1. März 2015
-) ISBN: 9783423260435
-) Format: Klappenbroschur
-) Wert/Preis: [A] 15,40 €   [D] 14,90 €
-) Originaltitel: Seven for a Secret
-) Genre: historischer Kriminalroman
-) Wissenswertes: Buch # 2 der Timothy Wilde - Reihe

Zum Buch? - Verlagshomepage

Lesezeitraum: 7. - 11. März 2015




Persönliche Bewertung: 5 *****


Die Autorin: 

© Gabriel Lehner

Lyndsay Faye gehört zu den authentischsten New Yorkern, nämlich denen, die woanders geboren wurden. Sie lebt in Manhatten.
Mit der Romanserie um Timothy Wilde, den ersten Polizisten von New York, hat sie international Furore gemacht. Der erste Band der Reihe, der SPIEGEL-Bestseller Der Teufel von New York, wurde u. a. für den Edgar Award als "Best Novel" nominiert.
 









Der erste Satz:

An dem Tag, an dem ihr das Schlimmste zustieß - und damit meine ich eine Tragödie, die man um jeden Preis verhindern würde, wenn man es könnte, lieber würde man sterben, lieber würde man jemanden töten -, an jenem Tag also band Lucy Adams in einem Blumenladen Sträuße aus Treibhausrosen, deren Orange- und Rottöne einen Sonnenuntergang im Hochsommer beschämen könnten.

 
Der Klappentext:
 
1846. Vor gerade einmal einem halben Jahr wurde die Polizei von New York gegründet. Timothy Wilde hat sich damals nur widerstrebend anwerben lassen, aber er hat sich als sehr talentiert für die Polizeiarbeit erwiesen. Und er glaubt sich inzwischen ganz gut auszukennen mit dem Verbrechen in seiner Stadt. Doch dann erscheint die schöne Blumenverkäuferin Lucy Adams in seinem Dienstzimmer: Ihr kleiner Sohn Jonas und ihre Schwester Delia sind entführt worden. Tims Ermittlungen führen ihn in ungeahnte Abgründe. Denn Lucys Familie ist 'gemischter', also nicht rein weißer Abstammung. Solche Menschen gelten als Freiwild für Verbrecherbanden, die freie schwarze Bürger im Norden in ihre Gewalt bringen und sie als Sklaven in die Südstaaten verkaufen. Der Einzige, der Tim jetzt helfen kann, ist sein schillernder Bruder Valentine, seines Zeichens Polizei-Captain, Feuerwehrmann, korrupter Politiker, Frauenheld und noch einiges mehr. Als dann in Valentines Bett eine Leiche gefunden wird, kehren sich die Vorzeichen um - jetzt ist es Tim, der versucht, seinen Bruder aus einem gefährlichen Schlamassel zu retten. Es ist eine riskante Gratwanderung zwischen Recht - und Gesetz ...

 
Meine Meinung:

"Es ist nicht zu fassen, zu welchem Maß an Selbstsucht der Mensch fähig ist."
 
Band zwei der historischen Krimireihe um den 28-jährigen New Yorker Polizisten Timothy Wilde ist, ebenso wie Band eins, wieder sehr faszinierend atmosphärisch und wirklich authentisch geschrieben. Die Autorin scheint sich mit dem Thema Sklaverei von Schwarzen im Amerika des 19. Jahrhunderts glaubhaft auseinander gesetzt zu haben. Ihre Schilderungen über die Sklavenjagd und den Verkauf derselben, die in dieser intelligenten und teilweise zum Schmunzeln bringenden Geschichte verwoben sind, sind wahrlich erschreckend, gleichzeitig aber auch sehr informativ.
 
In diesem Buch hier muss sich der gutherzige und 'stille' Abolitionist (Abolitionismus bezeichnet eine Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei.) Timothy mit seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn mit einigen skrupellosen Sklavenjägern und anderen barbarischen Halunken anlegen, um die hübsche, halbschwarze Delia und ihren kleinen Neffen Jonas aus deren Fängen zu befreien, damit sie ein für alle Mal in Sicherheit gebracht werden können.
Und als wenn dieses Vorhaben nicht schon groß und riskant genug wäre, entdeckt Timothy dann auch noch eine weibliche Leiche im Bett seines geliebt-gehassten Bruders Valentine.
Die Klärung dieser mysteriösen Todesumstände führen ihn in die Welt der geldgierigen, mächtigen, egoistischen und korrupten Politiker, die ihn beinahe an den Rand des Wahnsinns treibt.
 
Dies ist Stoff, aus dem ein absolut gutes Buch geschrieben wurde! - Spannung, historisches Feeling, sympathische Charaktere und den nötig frechen Witz an den richtigen Stellen, findet man hier zur Genüge.
Die Entführung der Delia Wright hat mir sogar noch besser gefallen, als Band eins (Der Teufel von New York). Lyndsay Faye hat hiermit also einen mehr als würdigen Nachfolger geschaffen.

 

 *          *          *          *          *          *          *          *          *          *          *          *          *          *          *

 
Buchzitate:

~ "Es war ein Raubüberfall."
"Und was ist geraubt worden?", fragte ich.
"Meine Familie", antwortete sie.
~

~ "Wenn einer nichts von Politik versteht, sollte ihn eigentlich
auch nichts, was in der Politik passiert, überraschen." ~

~ "Denk daran, was wir tun können, nicht an das,
was nicht zu ändern ist", sagte Julius. ~

~ Man muss dem Tod Sinn geben so wie dem Leben. ~

~ "Mr. Wilde! Ich traue meinen Augen kaum. So elegant, und das zu Ehren der Partei.
Ich glaube fast, wir beide werden eines Tages doch noch Freunde."
Ich nahm das Glas, das sie mir hinhielt. Ihre monströse Prophezeiung ließ ich unkommentiert.
~

~ "Es ist nur ... je besser man die Welt kennenlernt,
desto widerwärtiger wird sie einem." ~


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Ein dickes Dankeschön geht an dtv für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! ☺

 

Kommentare:

  1. Ok jetzt es offiziell. Das Buch steht auf meiner Wunschliste.
    Meinst du ich kann es unabhängig vom ersten Band lesen?

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    1. Hi Fio! :)
      Freut mich, dass das Buch auf deine Wunschliste wandern konnte. Du wirst es nicht bereuen! Aber ja, kann man auch ohne Kenntnis des erstens Bands lesen, da habe ich keine Bedenken.
      Alles Liebe ♥

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  2. Huhuu,
    ich freu mich schon auf das Buch, das liegt schön auf meinem aktuellen Lesestapel :)
    Bin schon total gespannt :D
    Lg Kerstin

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    1. Hallo Kerstin! :)
      Ja, da kannst du dich wirklich auf etwas freuen, ich fand das Buch mit seiner ganzen Atmosphäre einfach toll - sogar noch besser als Teil eins "Der Teufel von New York". - Hast du Band eins denn schon gelesen?
      Alles Liebe ♥

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