[Rezension] Süden und die Stimme der Angst | Friedrich Ani

Montag, 15. September 2014


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Informationen zum Buch:

-) Seiten: 350
-) Verlag: Droemer Knaur
-) Ersterscheinung: 2001
-) ISBN: 9783426513637
-) Format: Taschenbuch
-) Wert/Preis: [A] 9,30 €   [D] 8,99 €
-) Genre: Kriminalroman
-) Wissenswertes: Band # 3 der Tabor Süden - Reihe

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Lesezeitraum: 8. - 14. Sept. 2014

Persönliche Bewertung: 5 *****




Der Autor:

© Mark Roemisch

Friedrich Ani wurde 1959 in Kochel am See geboren. Er arbeitete als Reporter, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er schreibt Romane, Kinderbücher, Gedichte, Hörspiele, Drehbücher und Kurzgeschichten. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, so u. a. mit dem Tukan-Preis für das beste Buch des Jahres der Stadt München. Als bisher einziger Autor erhielt Ani den Deutschen Krimipreis in einem Jahr für drei Süden-Titel gleichzeitig. 2010 folgte der Adolf-Grimme-Preis für das Drehbuch nach seinem Roman Süden und der Luftgitarrist; 2011 erschien erstmals ein Roman mit der Kultfigur Tabor Süden im Hardcover: Süden. Friedrich Ani lebt in München.






Der erste Satz:

Ich habe den Mann nicht hereingebeten.

Die Buchrückseite:

"Während der Tage, in denen niemand nach ihr suchte, ging sie verloren, in einer Welt, von der sie geglaubt hatte, sie sei ihr für alle Zeit entkommen."

Eine Frau, der die Liebe abhandengekommen ist: Ariane, eine ehemalige Prostituierte, versucht ein neues Leben zu beginnen. In einer Nacht trifft sie auf den früheren Starreporter Niklas - und scheint das Opfer seiner Verbitterung und Ängste zu werden.

Friedrich Anis Roman Verzeihen - erstmals im Taschenbuch.

Meine Meinung:

Die Dunkelheit ist ein Verzeihen

Droemer Knaur hat Verzeihen unter dem Titel Süden und die Stimme der Angst als Taschenbuch neu aufgelegt.

Tabor Süden und seine Freunde und Kollegen Sonja Feyerabend und Martin Heuer sind mit einem neuen Vermisstenfall beschäftigt.
München. Diesmal geht es um die 36-jährige Ariane Jennerfurt, eine abgängige Ex-Prostituierte, die nach ein paar Tagen von selbst wieder auftaucht. - Doch dann verschwindet sie kurz darauf eigenartigerweise erneut. Süden hat allen Grund dazu anzunehmen, dass ihr zweites Verschwinden keine freiwillige Entscheidung war, denn diesmal gibt es nämlich Spuren. Spuren, denen Süden und sein Team unverzüglich nachgehen...

Frei von jeglichen Erwartungen hab ich mich mal wieder ans Lesen eines für mich neuen Tabor Süden - Romans gemacht. Und wurde regelrecht überwältigt von meinen eigenen Emotionen, die der Protagonist Niklas Schilff in mir hervorgerufen hat.

Also wenn Friedrich Ani etwas wirklich gut kann, dann ist es zum ersten, Schwermut erzeugende Atmosphäre schaffen und zum zweiten, Charaktere mit ihrem Verhalten, durch Gesten und Gedanken zu beschreiben, die unfassbare Gefühle in einem auslösen können.
Der Reporter Niklas Schilff hat es nämlich mit Bravour geschafft, mich im wahrsten Sinne des Wortes so richtig zur Weißglut zu bringen. - Und das, obwohl ich ein relativ gelassener Mensch bin.

Die Handlung und der Plot ist dabei eher Nebensache. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Protagonisten, die mir bestimmt noch lange im Gedächtnis bleiben werden.
Natürlich möchte ich hier aber auch erwähnen, dass mich die Suche nach der vermissten Ariane und Südens schon fast unheimliche Menschenkenntnis, sehr fasziniert hat und ich gar nicht anders konnte, als das Ganze gespannt zu verfolgen.

Am Ende sind für mich ein paar Fragen offen geblieben, die natürlich reichlich Raum für Spekulationen bieten. Im Grunde ist das Nichtwissen der Antworten aber auch völlig unwichtig. Im echten Leben bekommt man nämlich auch nicht immer für alles eine Erklärung.

Ein für mich rundum gelungener, typischer Süden, in dem die Protagonisten voll punkten konnten.
Der Roman bekommt von mir 5 Sterne, weil er es geschafft hat, mich durch und durch aufzuwühlen und nachdenklich zu stimmen.


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Buchzitate:

~ Das kommt doch oft vor, dass einer behauptet, er geht
zum Zigarettenholen, und haut dann ab für immer! ~

~ "Ist der Geruch einer Stadt unveränderbar wie der eines Menschen? Hm?"
"Halten Sie endlich die Klappe."
"Bleiben die Geräusche und das Treiben einer Stadt von der Kindheit bis ins Alter eines Bewohners dieselben?"
"Wenn Sie jetzt nicht still sind, ruf ich die Stewardess."
"Frage: Gehört ein Mann, der in einer Stadt zur Welt gekommen ist, für immer zum Inventar? Kann man den Wind wiedererkennen und die Spiegelung des Himmels in einem Schaufenster, wenn man nach neun Jahren zurückkehrt?"
"Ist mir so was von wurscht."
~

~ Was ich denk, ist eines. Was ich fühl, was anderes. ~

~ Rumhängen ist Mist, zu viel trinken ist Mist, jammern ist
Mist, alles ist Mist außer jeden Tag in Güte leben. ~

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