[Rezension] Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels | Friedrich Ani

Sonntag, 8. Juni 2014


Informationen zum Buch:

-) Seiten: 204
-) Verlag: Droemer Knaur
-) Ersterscheinung: 2001
-) ISBN: 9783426511725
-) Format: Taschenbuch
-) Wert/Preis: [A] 9,30 €   [D] 8,99 €
-) Genre: Kriminalroman
-) Wissenswertes: Band # 4 der Tabor Süden - Reihe

Zum Buch? - Verlagshomepage

Persönliche Bewertung:  4 ****



Der Autor:

© Mark Roemisch m.o.roemisch@web.de

Friedrich Ani wurde 1959 in Kochel am See geboren. Er arbeitete als Reporter, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er schreibt Romane, Kinderbücher, Gedichte, Hörspiele, Drehbücher und Kurzgeschichten. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, so u. a. mit dem Tukan-Preis für das beste Buch des Jahres der Stadt München. Als bisher einziger Autor erhielt Ani den Deutschen Krimipreis in einem Jahr für drei Süden-Titel gleichzeitig. 2010 folgte der Adolf-Grimme-Preis für das Drehbuch nach seinem Roman "Süden und der Luftgitarrist"; 2011 erschien erstmals ein Roman mit der Kultfigur Tabor Süden im Hardcover: "Süden". Friedrich Ani lebt in München.







Der erste Satz:

Die Frau, die mir die Tür öffnete, kam mir winzig vor.

Die Buchrückseite:

Zunächst sieht es so aus, als wäre es für Süden ein Fall wie viele: Ein Mann ist verschwunden, und nichts deutet darauf hin, dass man sich Sorgen machen muss. Der Schuster Maximillian Grauke hat nicht zum ersten Mal seine Frau ohne Erklärung verlassen. Diesmal jedoch ist alles anders. Und Süden braucht eine Weile, bis er das Schweigen von Graukes Ehefrau und deren Schwester zu deuten weiß. Die Welt des Schusters erscheint plötzlich in einem völlig neuen Licht ...

Meine Meinung:

Unsere Aufgabe war es, Körper zu suchen, nicht Seelen

Für mich stand schnell fest, dass Süden kein "normaler" Polizeibeamter oder Ermittler ist, denn ich hatte das Gefühl, dass er sich in seine Fälle voll reinkniet, und das nicht nur, weil es seine Pflicht ist (so wie er sagt), sondern auch, weil er ein persönliches Interesse daran hat, alle "seine" Vermissten wiederzufinden.
Leider hat man nicht allzu viel von Südens Privatleben erfahren, aber das, was durchgesickert ist, hat mich zu der Annahme gebracht, dass sich Süden selbst auf irgendeine Art und Weise verloren fühlt und er mit seiner Arbeit, "Körper" (Menschen) wiederzufinden, versucht, mit sich und seinem Leben klarzukommen. - Könnte natürlich alles Quatsch sein, aber ich hatte während dem Lesen trotzdem immer wieder das Gefühl, dass Süden nicht nur recht wortkarg und introvertiert, sondern auch tieftraurig und "vom Leben verlassen" ist. - Obwohl er das scheinbar ganz gut mit Coolness verbergen kann, sowohl durch sein Aussehen, als auch durch seinen speziellen Humor, der mich doch einige Male grinsen hat lassen.

Das Ganze Tohuwabohu um den als vermisst gemeldeten Schuster Max Grauke, seiner Ehefrau Lotte und Schwägerin Paula, war leider nicht ganz so spannend oder spektakulär mitzuverfolgen, wie ich erwartet habe. Ganz im Gegenteil, es war eher etwas verwirrend, zumindest als dann noch ein paar andere Protagonisten aufgetaucht sind, die für mich nicht recht ins Bild passen wollten und deren Beziehungen untereinander nicht wirklich erklärt wurden.
Recht erstaunt war ich aber, als ans Licht gekommen ist, warum Max gegangen ist, bzw. was die Beziehungen zwischen den beiden Halbschwestern Lotte und Paula mit seinem Verschwinden zu tun hatten. Das hat mich, übertrieben geschrieben, fast umgehauen...

Wie auch immer, Süden ist eine neugierig machende Figur, die ich gerne noch näher kennenlernen würde, vor allem sein Privatleben interessiert mich sehr. Deshalb werde ich mir (früher oder später) noch die weiteren Süden-Romane vornehmen.
Auch der Schreibstil hat mich begeistert, der war so flüssig, locker, flockig und einfach gestrickt, dass ich ganz schnell recht viele Seiten "weglesen" konnte. Ani hat einen ganz speziellen Stil, den ich sofort wiedererkannt habe. (Habe bereits sein Buch Die unterirdische Sonne gelesen.) Ich lese demnächst gerne mehr von ihm!

 

Kommentare:

  1. "Die unterirdische Sonne" habe ich auch schon oft irgendwo gesehen, jetzt macht es mich (mal wieder) verdammt neugierig, aber eigentlich habe ich gerade genug Bücher zum Lesen...

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    1. Welche Leseratte kennt das "Problem" mit dem überquellenden Stapel ungelesender Bücher nicht...? ;-D

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  2. Deine Rezension gefällt mir echt gut! :D Ich bin über Pfingsten zu gar nichts gekommen, werde aber morgen mal ne kleine Rezensionsrunde einlegen und die dann auch hoffentlich fertig stellen! :D Freu mich dann schon auf Anfang Juli! ^^
    :-*

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    1. DANKE! ♥
      Lass dir ruhig Zeit... bin gespannt, wie du deine Rezension basteln wirst.
      Und wie ICH mich schon auf Juli freue, meine Liebe! ;-D

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